Obwalden will bessere Betreuungsangebote für Schulkinder

TAGESSTRUKTUREN ⋅ Mit einem Nachtrag zum Bildungsgesetz unterbreitet der Regierungsrat dem Kantonsrat eine Neuregelung der schulergänzenden Tagesstrukturen. Das verbesserte Betreuungsangebot soll für Kanton und Gemeinden dank Beiträgen aus der Wirtschaft kostenneutral bleiben.

Die Vorlage verschafft den Gemeinden Handlungsspielraum beim geforderten Angebot der schulergänzenden Tagesstrukturen. Vorgesehen ist ein modularer Aufbau, heisst es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei Obwalden vom Donnerstag.

Abgedeckt werden muss der Zeitraum von spätestens 7 Uhr bis mindestens 18 Uhr. Die Gemeinden erhalten die Möglichkeit, Betreuungsangebote während den Ferien zu unterstützen. Die Angebotsmodule können durch die Einwohnergemeinde selber bereitgestellt werden. Auch der Abschluss einer Leistungsvereinbarung mit einem Dritten ist möglich.

Neu kann die Betreuung an Tagesfamilien delegiert werden. Insbesondere für kleinere Gemeinden, Ortsteile mit einem geringeren Bedarf an schulergänzenden Tagesstrukturen oder für Ferienlösungen kann dieses Angebotsmodell sinnvoll sein.

Finanzierung in erster Linie Aufgabe der Eltern

Für die Kosten der schulergänzenden Tagesstrukturen sollen wie bei der familienergänzenden Kinderbetreuung in erster Linie die Erziehungsberechtigten aufkommen. Der Kanton und die Gemeinden unterstützen die schulergänzenden Tagesstrukturen, indem sie den Fehlbetrag zwischen den Elternbeiträgen und den Normkosten gemeinsam tragen (40 Prozent Kanton, 60 Prozent Gemeinden).

Familien- und schulergänzende Betreuungsstrukturen haben Verschiedene Studien zeigen, dass insbesondere bei Eltern mit hohen Bildungsabschlüssen die Erwerbsquote ausgeprägt hoch ist. Familien- und schulergänzende Betreuungsstrukturen sind deshalb auch aus Sicht des Standortmarketings von hoher Bedeutung. Sie erlauben es, das vorhandene Potenzial an Fachkräften besser auszuschöpfen und so dem Fachkräftemangel vorzubeugen.

Aufgrund der hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung schlägt der Regierungsrat eine Beteiligung der Wirtschaft am Aufbau und Erhalt von familien- und schulergänzenden Angeboten vor. Der Arbeitgeberbeitrag soll sich nach der Lohnsumme der Arbeitnehmenden und damit nach der Grösse des Betriebs richten. Er beträgt 0,4 Promille der für die Familienzulagen massgeblichen Lohnsumme. Arbeitgeber, die selber eine Tagesstätte anbieten oder sich in anderer Form an der familienexternen Betreuung finanziell beteiligen, sollen auf Antrag von der Zahlungspflicht befreit werden. Die Beiträge der Wirtschaft werden wie die Beiträge von Kanton und Gemeinden für die Finanzierung des Sozialtarifs eingesetzt. 

Wirtschaftsbeiträge sollen Kosten von Kanton und Gemeinden decken

Die gesetzlichen Anpassungen bei den schulergänzenden Tagesstrukturen haben für den Kanton auf Basis von Modellrechnungen bei Vollausbau jährliche Kosten von rund 200'000 Franken zur Folge. Für die Gemeinden wird von 300'000 Franken ausgegangen. Gesamthaft werden die Kosten für die familien- und schulergänzenden Betreuungsstrukturen rund 1,5 Millionen Franken pro Jahr betragen. Die Wirtschaft soll sich mit knapp 500'000 Franken beteiligen. Diese Mittel sollen dem Kanton und den Gemeinden anteilsmässig zugutekommen.

Für den Aufbau geeigneter schulergänzender Tagesstrukturen soll den Gemeinden nach Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung drei Jahre Zeit für die Umsetzung eingeräumt werden.

pd/zim


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: