Neue Luzerner Zeitung Online

Tragischer Schanzen-Unfall: Verunfallter blitzt vor Bundesgericht ab

LAUSANNE / ENGELBERG ⋅ Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Obwaldner Staatsanwaltschaft die Untersuchung eines Unfalls von Ende 2012 auf der Titlis-Skisprungschanze zurecht einstellte. Damals verschaffte sich ein junger Mann Zugang zum Schanzenstart, rutschte aus und schlitterte die Schanze hinunter. Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu.

Der Mann hatte an jenem Abend mit drei Kollegen in einer Bar Alkohol konsumiert. Weit nach Mitternacht gingen alle zusammen zur Skisprungschanze, um den unteren Teil der Schanze hinunter zu rutschen.

Es gelang ihnen, die Gondel in Bewegung zu setzen, mit welcher die Sportler jeweils zum Schanzenstart fahren.

Oben angekommen, betrat der später Verunglückte die 35 Grad steile Schanze, rutschte auf einer Plastikabdeckung aus und glitt unkontrolliert 123 Meter nach unten. Auf dem Schanzentisch kollidierte er mit einem Holzbalken und stürzte vier Meter in die Tiefe.

Der junge Mann trug lebensgefährliche Verletzungen davon und kann sich nicht mehr an den Vorfall erinnern. Bis heute ist er nicht vollständig genesen.

"Qualifizierte Unvorsicht"

Die Staatsanwaltschaft eröffnete im Februar 2013 ein Verfahren wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung durch Unterlassung. Im Sommer 2014 stellte sie die Untersuchung jedoch ein.

Dagegen erhob der junge Mann erfolglos Beschwerde. Vor Bundesgericht beantragte er, das Strafverfahren sei weiterzuführen und Anklage zu erheben.

Er argumentierte, dass der Schanzenbetreiber den Unfall hätte verhindern können, wenn er das Gelände eingezäunt und Warntafeln angebracht hätte.

Das Bundesgericht sieht das anders. Es bezeichnet das Verhalten des jungen Mannes als "qualifizierte Unvorsicht", mit welcher "schlechthin" nicht gerechnet werden musste.

Der Schanzenbetreiber habe nicht davon ausgehen müssen, dass jemand "derart unvernünftig ist, nachts, alkoholisiert und nach rechtswidriger Inbetriebnahme der Gondel den Schanzenanlauf beim Schanzenstart zu betreten".

Hinweis: Das Urteil zum Nachlesen »

(sda)

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