Razzia bei Reinigungsfirma: Polizei erwischt 52 Schwarzarbeiter

KÜSSNACHT ⋅ Eine deutsche Firma sollte nach einem Feuerwehreinsatz im Küssnachter Industriegebiet aufräumen. Nur: Bei 52 Arbeitern fehlte eine gültige Arbeitsbewilligung.
Aktualisiert: 
18.06.2017, 19:00
18. Juni 2017, 12:04

 

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

Am Samstagnachmittag kontrollierte die Kantonspolizei Schwyz in einem Industriebetrieb in Küssnacht die Mitarbeiter einer Reinigungsfirma. Dies teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Beamten staunten dabei nicht schlecht, als 52 der 55 kontrollierten Männer keine gültige Arbeitsbewilligung vorweisen konnten. «Das ist ein aussergewöhnlicher Fall von Schwarzarbeit», sagt auch Florian Grossmann, Kommunikationschef der Kantonspolizei Schwyz, auf Anfrage unserer Zeitung. Die Betroffenen seien vor Ort von den Polizisten angewiesen worden, ihre Arbeit sofort niederzulegen. Laut Grossmann haben die Arbeiter ohne Bewilligung die Schweiz inzwischen verlassen. Der Tipp, dass auf dem Firmengelände möglicherweise Schwarzarbeiter im Einsatz stünden, sei von einer anderen Amtsstelle an die Polizisten herangetragen worden, worauf man die Kontrolle auf dem Firmengelände veranlasst habe.

Nach dem Feuerwehreinsatz sollte geputzt werden

Die illegalen Arbeiter stammten aus verschiedenen Ländern und arbeiten für eine in Deutschland ansässige Reinigungsfirma. «Der Einsatz der Reinigungskräfte steht im Zusammenhang mit einem Ereignis, das vergangene Woche stattfand», führt Grossmann weiter aus.

Wie unsere Zeitung weiss, handelt es sich beim angesprochenen Ereignis um einen Einsatz der Stützpunkt-Feuerwehr Küssnacht von letzter Woche: So mussten die Einsatzkräfte am vergangenen Montag im Küssnachter Industriegebiet ausrücken, weil es in einem Elektroraum eines Unternehmens starke Rauchentwicklung gab. 90 Mitarbeiter wurden dabei evakuiert. Verletzt wurde beim Einsatz niemand. Als Brandursache wird ein technischer Defekt vermutet, die Schadenshöhe ist nicht bekannt (wir berichteten »).

Für die Reinigung der wegen des Feuers und des Feuerwehreinsatzes verunreinigten Räumlichkeiten sollte die besagte Firma aus Deutschland aufkommen. Doch daraus wurde nun nichts, stattdessen muss sich das fehlbare Reinigungsinstitut für den Einsatz von Arbeitskräften ohne Bewilligung rechtfertigen. Gegen das Reinigungsinstitut wurde ein Verfahren eingeleitet, federführend ist die Staatsanwalt Schwyz. Deren Ziel wird es nun sein, möglichst rasch die Verantwortlichen der Reinigungsfirma zum Verhör vorzuladen und anzuhören. Die Betroffenen dürften sich wohl in Deutschland aufhalten. Laut Grossmann konzentrieren sich die Ermittlungen zurzeit auf das deutsche Unternehmen.

Die Küssnachter Firma, welche den Auftrag erteilte, war am Sonntag für eine Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung nicht erreichbar.


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