700-jähriges Haus in Morschach steht nun für Feriengäste offen

DENKMÄLER ⋅ Die Stiftung Ferien im Baudenkmal des Schweizer Heimatschutzes hat das im Jahr 1341 erstellte Holzhaus Tannen in Morschach SZ unter denkmalpflegerischer Begleitung und unter Wahrung der historischen Substanz renoviert. Nun kann es als Ferienhaus gemietet werden.
16. September 2017, 00:00

Dies sei eine beispielhafte Rettung eines Innerschweizer Holzhauses aus dem Mittelalter, teilte die Stiftung am Montag mit. Im Kanton Schwyz sorgten in jüngster Vergangenheit Abbruchpläne verschiedener Holzhäuser immer wieder für Diskussionen.

Die Renovation des Tannen-Hauses kostete rund 800'000 Franken, wie Kerstin Camenisch, Geschäftsleiterin der Stiftung, auf Anfrage mitteilte. Nebst den Instandstellungskosten sind darin auch die Kosten für die historische Aufnahme des Hauses enthalten. So wurde etwa eine archäologische Studie gemacht und das Haus genau datiert. Die Bauzeit dauerte eineinhalb Jahre.

Die Denkmalpflege des Kantons Schwyz machte die Stiftung Ferien im Baudenkmal auf das Haus Tannen aufmerksam. Danach leitete diese die Rettung des Hauses in die Wege. Am (heutigen) Samstag wird die Wiedereröffnung gefeiert.

Das Haus Tannen, hoch über dem Vierwaldstättersee zwischen Sisikon UR und Morschach gelegen, ist ein zweigeschossiger, im Jahr 1341 erstellter Blockbau, der laut der Stiftung als eines der ältesten Holzhäuser Europas gilt.

Der auf dem Bruchsteinsockel liegende Holzbau ist mit stehenden Brettern verkleidet und zeige sich, mit Ausnahme der im 19. Jahrhundert angebauten Ost-Laube, in der ursprünglichen mittelalterlichen Form, was höchst aussergewöhnlich sei, heisst es weiter.

Wertsachen in Balkenlöchern

Die Renovationsarbeiten wurden unter denkmalpflegerischer Begleitung und unter Wahrung der historischen Substanz durchgeführt. Das Ziel war es, den Charakter des Hauses grösstmöglich zu erhalten. Dazu gehörte auch, vorhandene Spuren der Nutzung wie die ausgetretenen Böden, die ehemals als Wertsachendepot verwendeten Balkenlöcher oder die typische schwarze Färbung der Wände zu erhalten.

Die Feriengäste sollen die Atmosphäre eines mittelalterlichen Holzhauses erleben können, schreibt die Stiftung. Bis zu acht Personen können ab sofort Ferien im Baudenkmal verbringen, je nach Saison kostet die Woche zwischen 800 und 1000 Franken. Weil das Gebäude nicht vollständig isoliert sei und wegen der Beschaffenheit der Zufahrtsstrasse wird das Haus nur zwischen Ostern und Herbst vermietet. (sda)


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