Bald wohnen in einer Armeehalle Asylsuchende

SCHWYZ ⋅ Auf dem Areal Wintersried in der Gemeinde Schwyz sollen ab Herbst bis zu 400 Personen in einer provisorischen Unterkunft für Asylsuchende Platz finden. Der Bund plant zudem, auf dem Areal ein neues Bundesasylzentrum zu errichten – ein Projekt, das von der Kantonsregierung abgelehnt wird.

16. Februar 2016, 09:06

Der Bund wird im Herbst 2016 in den bestehenden Hallen auf dem bisher von der Militärpolizei genutzten Areal Wintersried eine provisorische Unterkunft für Asylsuchende einrichten. Ein entsprechendes Gesuch zur Umnutzung der Hallen wird der Bund bis Ende März 2016 bei der Gemeinde Schwyz einreichen, wie diese in einer Mitteilung schreibt. Die Anlage soll eine maximale Kapazität von 400 Plätzen aufweisen.

Später soll anstelle der heutigen Hallen ein neues Bundesasylzentrum mit 340 Betten realisiert werden. Baubeginn soll nicht vor 2018 sein. Vorgesehen sind Investitionen von über 30 Millionen Franken. Mit den Ausreisezentren, wie es in Seewen geplant ist, will der Bund sicherstellen, dass Asylbewerber, die nicht in der Schweiz bleiben können, direkt ab den Bundeszentren in ihre Herkunftsstaaten zurückgeführt werden. In den Verfahrenszentren des Bundes werden Asylgesuche eingereicht, geprüft und entschieden.

Der Kanton in der Opposition

Die Schwyzer Kantonsregierung lehnt das Projekt in Seewen ab. Sie befürchtet, dass das Bundeszentrum die Entwicklung des Schwyzer Talbodens zwischen Schwyz und Brunnen erschweren werde. Vorbehalte hat sie auch wegen der Verkehrserschliessung.

Der Bund wird allerdings nicht das gesamte Areal verwenden. Deshalb sind Abklärungen über die Konditionen der Übernahme des Zeughausareals Seewen sowie eines Teiles der bundeseigenen Liegenschaft Wintersried im Baurecht angelaufen. Diese Baurechtsübernahme ist ein wichtiger Bestandteil der Absichtserklärung, welche von den zuständigen Bundesstellen und der Gemeinde Schwyz unterzeichnet wurde. Die Gemeinde könnte diese Flächen zur wirtschaftlichen Entwicklung oder für gemeindeeigene Bauten nutzen.

Zudem führen der Bund und die Gemeinde Schwyz Gespräche über betriebliche und sicherheitstechnische Fragen des zukünftigen Bundesasylzentrums.

pd/cv/sda

Informationsveranstaltung

red. An einer Informationsveranstaltung werden Vertreter der Gemeinde und des Bundes über die Organisation, die Öffnungszeiten, die Beschäftigungsprogramme, über gemeinnützige Arbeiten, die Einsetzung einer Begleitgruppe, die künftige militärische Nutzung der Anlage MilSich und des Chüechlibunkers sowie über Sicherheitsmassnahmen für die Einwohner der Gemeinde und der Nachbargemeinden orientieren. Am Mittwoch, 30. März, um 19.30 Uhr im MythenForum wird dabei auch auf Fragen und Anregungen aus der Bevölkerung eingegangen.


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