Felssturz: Suche nach Vermissten geht heute weiter

UNTERSCHÄCHEN ⋅ Im Grenzgebiet Schwyz/Uri hat sich am Dienstagnachmittag ein Felsabbruch ereignet. Drei Personen wurden verschüttet, eine davon konnte sich selber leicht verletzt befreien. Die Suche nach den beiden Vermissten geht erst am Mittwochmorgen weiter.
Aktualisiert: 
10.10.2017, 21:00
10. Oktober 2017, 16:59

Elias Bricker und Matthias Stadler

redaktion@urnerzeitung.ch

Im Gebiet Ruosalp zwischen Unterschächen und Bisisthal kam es am Dienstagnachmittag kurz vor 15 Uhr zu einem Felsabbruch beim Felsenweg. Dieser verbindet die beiden Alpen Ruosalp und Alplen. Dabei wurden drei Personen verschüttet. Wie die Urner Kantonspolizei in einer Medienmitteilung schreibt, waren diese mit dem Ausbau des Alpweges beschäftigt.

Eine verschüttete Person konnte sich selber verletzt aus den Felsbrocken befreien. Sie wurde durch die Rega ins Kantonsspital Uri in Altdorf überflogen. Die beiden anderen Personen werden am Dienstagabend immer noch vermisst. Die Einsatzkräfte mussten die Rettungsaktion während der Nacht einstellen – aus Sicherheitsgründen.

Die Rettung wurde bereits tagsüber zur logistischen Herausforderung. Denn das abgelegene Alpgebiet befindet sich zwar auf Gemeindegebiet von Unterschächen, liegt aber zuhinterst im schwyzerischen Bisisthal. Vom Urner Talboden respektive vom Schächental ist die Alp mit Fahrzeugen nur in einem langen Umweg via Muotathal zu erreichen – oder zu Fuss via Kinzig- respektive Klausenpass. Daher wurden die Rettungskräfte am Dienstagnachmittag allesamt mit Helikoptern an den Unglücksort geflogen.

Einsatzkräfte müssen Felsreinigung abwarten

Im Einsatz standen Personen der Rega, von Swiss Helicopter, der Abteilung Naturgefahren des Amts für Forst und Jagd des Kantons Uri, der Stützpunktfeuerwehr Altdorf, der Feuerwehr Unterschächen und der Kantonspolizei sowie ein Hund. Die Feuerwehr Altdorf wurde aufgeboten, da sie über das notwendige Material verfügt.

Doch vor Ort waren den Einsatzkräften am Dienstag die Hände gebunden. Zwei Geologen mussten die Situation zuerst beurteilen. Zudem erklärte Ruedi Huber, der zuständige Pikettoffizier der Kantonspolizei Uri, auf Anfrage unserer Zeitung: «Die Situation am Fels ist sehr instabil. Momentan kann niemand den Schuttkegel betreten. Dies wäre zu riskant für die Rettungskräfte.»

Am Mittwochmorgen wird die Suche nach den Verschütteten fortgesetzt. Doch gemäss Polizeikommandant Reto Pfister könne diese aus Sicherheitsgründen erst aufgenommen werden, nachdem eine Felsreinigung durchgeführt worden sei. «Es gibt noch zu viel loses Felsmaterial», sagte Pfister am Dienstagabend. Weshalb es zum Felsabbruch kam, ist noch unklar. «Momentan hat aber die Suche nach den Vermissten Priorität», so Pfister.

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