Bewohner kehren nach Murgang wieder zurück

SCHWYZ ⋅ Die Notmassnahmen nach dem Murgang im Gebiet Haggen ob Schwyz konnten aufgehoben werden. Das bedrohte Bergheimet kann wieder bewohnt und der Wanderweg begangen werden.

10. April 2015, 10:12

«Dank der anhaltenden Trockenheit ist das Rutschgebiet Blüemlisberg im Gebiet Haggen oberhalb von Schwyz weitgehend zur Ruhe gekommen», so die Gemeinde Schwyz in einer Mitteilung. Die gesetzten Messpunkte im gefährdeten Hang zeigen praktisch keine Bewegungen mehr. Nach den verschiedenen Murgängen, bei welchen insgesamt um die 2‘000 Kubikmeter Geröll, Geschiebe und Baumstämme auf eine landwirtschaftliche Liegenschaft und gegen ein Ferienhaus abgegangen waren, scheint vorerst auch die Gefahr gebannt, dass ein befürchteter grosser Erdrutsch mit 5‘000 bis 10‘000 Kubikmeter Material unmittelbar bevorsteht.

Im Berggebiet Haggen oberhalb von Schwyz hat sich die Lage nach dem grösseren Murgang vom Karfreitag beruhigt. Ein schleunigst aufgeschütteter Schutzwall verhinderte Schlimmeres.

Vorsicht bleibt angezeigt

Der Gemeindeführungsstab Schwyz hat seinen Einsatz im Rutschgebiet abgeschlossen. Das Wohnhaus im Bergheimet kann wieder bezogen werden; die rund einwöchige Evakuation der beiden Bergbauern ist aufgehoben. Das im direkten Rutschkegel liegende Ferienhaus Blüemlisberg bleibt in Absprache und mit dem Einverständnis des Besitzers jedoch weiterhin unbewohnt. Freigegeben ist ab diesem Wochenende auch der Wanderweg rund um den Engelstock.

Trotz der Aufhebung der vor einer Woche verfügten Sofortmassnahmen bleibt im Rutschgebiet jedoch weiterhin Vorsicht geboten. Gelegentlich lösen sich aus dem abgerutschten Schuttkegel einzelne Felsbrocken. Das Rutschgebiet ist deshalb von allen Beteiligten zügig zu queren und längere Aufenthalte in diesem Bereich sind zu unterlassen. In Absprache mit dem Amt für Wald und Naturgefahren werden vorsorglich auch weitere kleinere Erdwälle zur Gefahrenabwehr der bedrohten Gebäude erstellt.

Sanierung wird geprüft

Möglichst bald soll mit der Räumung der Schuttkegel im Kulturland begonnen werden. Vorgängig sind jedoch alle involvierten Instanzen daran, die längerfristig erforderlichen Sanierungsmassnahmen zu prüfen und deren Realisierung mit der Räumung zu koordinieren. Im Vordergrund der möglichen Massnahmen stehen die Erstellung von Drainagen und die Fassung sowie Offenlegung eines unterirdischen Bachlaufes im Rutschgebiet sowie Geländeveränderungen zum Objektschutz und die Sanierung der teilweise beschädigten bestehenden Schutzbauten. Angestrebt wird, dass das sich daraus ergebende Sanierungsprojekt noch im ersten Halbjahr 2015 angegangen werden kann.

pd/shä


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