Nidwaldner machen Platz für ein Postmuseum

GOLDAU/STANS ⋅ Die Erbengemeinschaft Niederberger hat den Goldauer «Bauernhof» verkauft. Die neue Besitzerin plant darin ein Museum für Post-Geschichte und Philatelie.
18. März 2017, 05:00

Jürg Auf der Maur

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Seit 2005 wird im Goldauer «Bauernhof», der der Stanser Erbengemeinschaft Niederberger gehört, nicht mehr gewirtet. Jetzt kehrt neues Leben ein. Diese Woche wurde das Lokal verkauft. Es wechselte von der Erbengemeinschaft zur Kimmel-Stiftung. Nach dem Tod des bekannten Goldauer Wirtes Seppetoni Niederberger hatten sich Franz Niederberger und Immobilienhändler Lukas Sutter um eine geeignete Nachfolge gekümmert. «Wir sind glücklich, dass wir nun eine gute Lösung gefunden haben», sagt Lukas Sutter. «Wir sind überzeugt, dass diese auch ganz im Sinn und Geist von Seppetoni ist», freut sich Franz Niederberger im Namen der Erben. «Die Lösung ist wie ein Sechser im Lotto.»

Mehr als 50-jähriger Traum geht in Erfüllung

Die Stiftung hat Grosses vor. «Schritt um Schritt», so der in Küssnacht wohnhafte Stiftungsgründer Kurt Kimmel, soll ein Museum für Postgeschichte und Philatelie entstehen. Seit 1965 träume er davon, dass er ein solches Haus einrichten könne, nun sei er endlich fündig geworden. Kimmel: «Eigentlich ist es ja eine Schande, dass die Schweiz bisher so ein Zentrum noch nicht hat.»

Vom Standort Goldau ist er begeistert. Er setzt auf Synergien mit dem Tierpark Goldau, den Rigibahnen oder dem Bergsturzmuseum. Die Kimmel-Stiftung für Postgeschichte wurde 2014 in Küssnacht gegründet. Sie bezweckt den langfristigen Erhalt von kulturell und postgeschichtlich wertvollen Exponaten beziehungsweise der klassischen Phi­latelie und macht diese einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Sie fördert ferner postgeschichtliche Studien. Ein Eröffnungstermin ist laut Kimmel noch nicht definiert. Sicher sei aber, «dass wir vorwärtsmachen». Stifter Kurt Kimmel ist ein international bekannter Experte der Philatelie und Post-Geschichte. Er besitzt eine umfangreiche Sammlung, unter anderem den ältesten Schweizer Brief mit einem Beförderungsvermerk aus dem Jahre 1393.

Treffpunkt für Promis und viele Nidwaldner

Der Bauernhof in Goldau ist weit herum bekannt. Zum einen, weil das Gebäude der einzige Zeitzeuge ist, der vor dem verheerenden Goldauer Bergsturz 1806 entstand und die Katastrophe überdauerte. Bekanntheit erlangte das Restaurant aber auch durch Wirt Seppetoni Niederberger. Er reiste nicht nur mit einem Modell seines Hauses in der ganzen Welt herum und machte auch an Tourismusmessen Werbung für den Kanton Schwyz, Goldau und die Rigi.

Unter seiner Führung wurde der «Bauernhof» auch zum Treffpunkt nationaler und internationaler Prominenz. Mit Fahnenschwingen unterhielt er jeweils seine Gäste auch auf dem Parkplatz und sorgte damit zusätzlich für beste Werbung für die Region. Auch viele Nidwaldner kannten das Haus als beliebten Treffpunkt.


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