Shorty wird im Tierpark Goldau aufgepäppelt

GOLDAU ⋅ Der Waldrapp Shorty, der bereits zum zweiten Mal in der Schweiz überwintern wollte, wird zurzeit im Tierpark Goldau aufgepäppelt. Er wurde im Aargau gefangen, weil er zu schwach war.

19. Februar 2015, 10:26

Das Waldrapp-Weibchen Shorty erlangte in der Schweiz Berühmtheit, seit es im Herbst 2012 als Jungvogel während der Herbstmigration den Anschluss an einen zugerfahrenen Artgenossen verloren hatte und alleine in der Schweiz am Zugersee überwinterte.

Im Juli kehrte das Waldrapp-Weibchen dann an seinen Schlupfort Burghausen in Bayern zurück, wo es wieder auf seine Artgenossen des Wiederansiedlungsprojekts traf.

Im Herbst 2013 wurde der Vogel mit seinem roten, kahlen Kopf, seinem langen, gebogenen Schnabel und den langen Nackenfedern von Projektmitarbeitern in das Wintergebiet in der Toskana und im Frühjahr 2014 retour nach Burghausen gebracht. Dort wurde Shorty mit einem Sender ausgestattet und frei gelassen.

Schwacher Shorty

Statt aber mit den Artgenossen in die Toskana zu fliegen, kehrte Shorty am 16. Oktober 2014 erneut in die Schweiz und hielt sich im Umfeld des Zugersees auf. Wie schon zwei Jahre zuvor erwies sich Shorty als sehr anpassungsfähig: Bei tiefen Temperaturen suchte der Vogel regelmässig das klimatisch begünstigte Seeufer bei Risch auf.

Beim Kälteeinbruch im Februar dieses Jahres blieb die Waldrapp-Dame aber im Aargau bei Jonen, wo sie eingefangen wurde.

Möglicherweise habe sie zuletzt nicht zeitgerecht auf den Temperatursturz reagiert und sei zu geschwächt gewesen, um sich selbst aus der Situation zu retten, teilte der Natur-und Tierpark Goldau und das europäische Waldrappteam mit Sitz in Österreich am Donnerstag mit. Da beide Flügel kältebedingte Entzündungen aufwiesen, war ihre Flugfähigkeit auch eingeschränkt.

Krankenstation Goldau

In Goldau wurde Shorty dann tiermedizinisch untersucht und versorgt. Sie erhole sich nun in der Krankenstation und der Tierarzt hoffe, dass die Veränderungen an ihren Flügeln vollständig abheilen, heisst es in der Mitteilung.

Der Manager des Wiederansiedlungsprojekts, Johannes Firtz, lobt Shorty. Sie sei sich er eine ganz herausragende, pro-aktive Waldrapp-Persönlichkeit. Aber selbst für Shorty sei die Überwinterung in der Schweiz hochriskant, wird Fritz in der Mitteilung zitiert.

Nach der Behandlung wird Shorty wieder in die Waldrapp-Population des Europäischen Wiederansiedlungsprojekts integriert. Fortan soll der Waldrapp aber im Herbst daran gehindert werden in die Schweiz zu fliegen. Stattdessen soll er in das adäquate Wintergebiet in der Toskana gebracht werden.

sda

Der Waldrapp ist eine der am stärksten bedrohten Zugvogelarten der Erde. (Waldrappteam, 19.02.2015)

Der Waldrapp ist eine der am stärksten bedrohten Zugvogelarten der Erde. (Waldrappteam, 19.02.2015)




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