Baustopp während der Fasnachtstage im Mositunnel

BRUNNEN ⋅ Die abschliessende Sanierung des Mositunnels dauert 59 Wochen. Die Arbeiten werden nachts durchgeführt – im Sommer und an den Wochenenden gibt’s aber einen Unterbruch.
25. November 2017, 07:59

In den nächsten zwei Jahren wird im Mositunnel wieder gebaut. Die Totalsanierung des 52-jährigen Tunnels wird zu Ende gebracht. Es wird eine neue Lüftung eingebaut, eine neue Beleuchtung, neue seitliche Bankette, ein neues Löschwassersystem, ein neuer Deckbelag, eine neue Notrufanlage, neue Signalisationen.

Die Arbeiten verteilen sich bis Ende 2019 auf vier Bau­etappen. «Wir wollen möglichst schnell bauen und möglichst wenig Verkehrsbehinderungen verursachen», betonte Richard Kocherhans vom Bundesamt für Strassen (Astra). Die ganzen Bauarbeiten dauern 59 Wochen. Um den Verkehr auf der Nord-Süd-Achse nicht zu stark zu behindern, wird nur in der Nacht gebaut (20 bis 5 Uhr). Tagsüber ist der Tunnel mit beschränktem Tempo befahrbar. Während der Tunnelsperrung wird der PW-Verkehr nachts durch Brunnen geleitet. Für Laster besteht ein Durchfahrtsverbot. Sie werden, wie der grosse Transitverkehr, während der Sperrzeiten über den Seelisbergtunnel umgeleitet.

Ausnahmebewilligung für Zulieferer

Einzig für die lokale Zulieferung für Morschach und Brunnen während der Nacht werden Ausnahmebewilligungen erteilt, damit Laster durch Brunnen fahren dürfen. Dieser Ausweis kann bei den Gemeinden beantragt werden. Wie Diego Tschuppert, Gesamtprojektleiter der Sanierung, erklärte, werden Lotsen und die Kantonspolizei den Verkehr durch Brunnen, wenn erforderlich, leiten und kontrollieren. An allen Wochenenden und während der Hauptsaison im Tourismus (Juni, Juli, August) wird nicht gebaut, dann bleibt der Tunnel auch nachts normal befahrbar.

Das Bauprogramm nimmt auch auf die Fasnacht Rücksicht. So wird erst am 28. Januar 2019 mit den ersten Nachtsperrungen begonnen, dann ist der erste ­Fasnachtstag bereits vorbei. Am Schmutzigen Donnerstag und Güdelmontag bleibt der Mositunnel normal in Betrieb, sodass der Umleitungsverkehr nicht durch das fasnächtliche Brunnen geführt werden muss.

Nicht verhindert werden kann, dass die Abbrucharbeiten im Tunnel Lärm verursachen, der vor allem bei Arbeiten nahe der Portale zu hören sein könnte. Wenn diese Arbeiten bevorstehen, werde man die betroffenen Nachbarn vorher informieren, wurde versichert.

Viel schlechterer Zustand als vermutet

Der Mositunnel ist als Umfahrung von Brunnen 1965 eröffnet worden. Er ist 1138 Meter lang und gilt als ältester Tunnel im schweizerischen Nationalstrassennetz. Heute sind die verkehrstechnischen Anlagen veraltet.

In einer ersten Etappe sind 2015/16 die wichtigsten Arbeiten zur Verbesserung der Sicherheit ausgeführt worden. So wurde parallel zum Tunnel ein Sicherheitsstollen mit Querverbindungen zum Strassentunnel ausgebrochen und steht nun in Betrieb. Weiter wurden die Brücken beim Portal Mosi-Süd saniert. Beim Nordportal wurde eine Betriebszentrale erstellt. Von hier aus werden alle Anlagen gesteuert. Ebenfalls sind hier im Provider-Raum die Stationen für den Mobilfunk im Tunnel untergebracht.

Gemäss Richard Kocherhans befindet sich der Mositunnel in einem wesentlich schlechteren Zustand als allgemein vermutet. Die Tunnellüftung ist ungenügend und technisch total veraltet. Die Beleuchtung befindet sich in schlechtem Zustand, sie ist stark korrodiert. Dass der Deckbelag der Fahrbahn in schlechtem Zustand sei, spüre jeder Automobilist. Die bisherige Löschwasserleitung wird der Tunnelwand entlang geführt, das ist nicht mehr gestattet. Die Wandplatten blättern ab und könnten in die Fahrbahn kippen. Ins Tunnelgewölbe dringe Wasser ein. Das seitliche Bankett ist überall beschädigt, die Entwässerung defekt. Und für die inzwischen über 20 Jahre alte Notrufanlage gibt es gar keine Ersatzteile mehr.

 

Josias Clavadetscher

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch


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