Beim Tunnelbau in Küssnacht wurde regelkonform gearbeitet

TUNNELBAU ⋅ Die Arbeiten am Umfahrungstunnel in Küssnacht sind im September unterbrochen worden, weil sich eine Sandschicht gesenkt hat und im Erdboden ein Loch entstanden ist. Anhaltspunkte, dass die Regeln der Baukunde verletzt worden seien, gebe es keine, teilte das Baudepartement mit.
08. November 2017, 10:14

Das Baudepartement musste wegen einer Kleinen Anfrage aus dem Kantonsrat Stellung zu dem Vorfall beziehen. Es handelt sich bereits um den zweiten Bauunterbruch. Mitte Juli hatte ein Wassereinbruch die Bauarbeiter gezwungen, den Tunnelvortrieb einzustellen.

Anfang September wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, mussten aber am 20. September erneut gestoppt werden. Weil sich über dem Vortrieb eine Sandlinse gesenkt hat, entstand im Erdboden ein acht Meter tiefes Loch mit einem Durchmesser von fünf Metern.

Die Untersuchungen zu den beiden Vorfällen seien noch nicht vollständig abgeschlossen, teilte das Baudepartement mit. Die Ursachen im Baugrund seien komplex. Es habe sich aber keinen Anhaltspunkt ergeben, dass von einer beteiligten Unternehmung die Regeln der Baukunde verletzt worden seien.

Besondere Risiken

Gemäss Baudirektion sind im Vorfeld der Arbeiten überdurchschnittlich viele Erkundungsbohrungen durchgeführt worden, um das Baugrundrisiko abzuklären. Im Tunnelbau gebe es aber erfahrungsgemäss besondere geotechnische Risiken.

Gemäss Baudirektion ist der Baugrund ein Bauherrenrisiko. Der Schaden muss somit vom Kanton Schwyz und vom Bezirk Küssnacht übernommen werden, soweit er nicht von der Bauherrenhaftpflichtversicherung gedeckt wird. Er wird zur Zeit auf einen niederen sechsstelligen Betrag geschätzt.

Bedeutender seien die Kosten, die durch den Stillstand der Arbeiten entstünden, schreibt die Baudirektion. Diese seien durch die offenen Reserven von zehn Prozent im Kredit gedeckt.

Die Südumfahrung Küssnacht wird als Hauptstrasse gebaut und total 1230 Meter lang sein. Die Kosten für die Strasse, die den Ort vom Durchgangsverkehr entlasten soll, werden auf 120 Millionen Franken veranschlagt. Kernstück ist der 500 Meter lange Tunnel Burg, von dem 350 Meter im Untertagbau realisiert werden. (sda)


Leserkommentare

Anzeige: