Beinahekollision zwischen einer «Tante Ju» und einem Hängegleiter

LUFTVERKEHR ⋅ Östlich der Pfiffegg im Kanton Schwyz sind sich im Sommer 2016 eine JU52 mit 16 Passagieren und zwei Piloten an Bord und ein Hängegleiter gefährlich nahe gekommen. Grund dafür dürfte gewesen sein, dass die auch als «Tante Ju» bekannte Maschine nicht mit einem Kollisionswarngerät ausgestattet war.
23. Januar 2018, 12:28

Dies schreibt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust in ihrem am Dienstag veröffentlichten summarischen Bericht. Die JU52 war in Dübendorf zu einem einstündigen Rundflug über die Zentralschweizer Berge gestartet. Ein Starrflügler-Hängegleiter war vom Schächental Richtung Norden unterwegs.

Der Hängegleiter-Pilot sah zwar die JU52 und bemerkte, dass diese auf Kollisionskurs war. Er ging aber davon aus, dass die Maschine einen Bogen um ihn fliegen würde. Als dies nicht geschah, leitete er einen abrupten Sinkflug ein.

Zwischen den beiden Luftfahrzeugen kam es zu einer gefährlichen Annäherung. Horizontal betrug der Abstand weniger als hundert Meter, vertikal weniger als 30 Meter.

Die Sust geht davon aus, dass die Piloten und Passagiere der JU52 zwar andere Luftfahrzeuge gesehen hätten, nicht aber den Hängegleiter. Es sei denkbar, dass der Besatzung die Annäherung an den Hängegleiter trotz intensiver Luftraumüberwachung entgangen sei.

Die Luftraumüberwachung nach dem Prinzip «see and avoid» (schauen und verhindern) habe seine Grenzen, schreibt die Sust. Das Fehlen von Kollisionswarngeräten habe bei gefährlichen Annäherungen wiederholt eine beitragende oder kausale Rolle gespielt. Es sei unverständlich, wenn mit Flugzeugen ohne Kollisionswarngeräten gewerbsmässig und regelmässig Rundflüge durchgeführt würden. (sda)


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