Bleibt das Asylzentrum Glaubenberg bis 2022?

BUNDESASYLZENTRUM ⋅ Die Schwyzer Regierung rechnet damit, dass der Glaubenberg drei Jahre länger als Asylzentrum fungieren kann. Das käme dem Standort Wintersried zugute.
05. Dezember 2017, 08:38

Andreas Seeholzer

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

Der Bundesrat will in Wintersried in der Gemeinde Seewen ein Bundesasylzentrum errichten. Die Schwyzer Regierung hält nichts von dieser Idee. Nun wurden an einem Treffen zwischen den Delegationen der Regierungen aus der Zentralschweiz, dem Tessin und Simonetta Sommaruga, Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, «mögliche Standorte für ein Bundesasylzentrum nochmals erörtert und einander gegenübergestellt», teilt das Schwyzer Volkswirtschaftsdepartement mit. «Bundesrätin Sommaruga nahm zur Kenntnis, dass verschiedene Alternativstandorte evaluiert werden.»

Zur Erinnerung: In der «Rundschau» sagte der Luzerner Regierungsrat Guido Graf (CVP) Mitte November, dass er das Bundesasylzentrum nach Luzern holen möchte. Derzeit führt man mit drei Luzerner Gemeinden Gespräche. Mit welchen, will Graf nicht sagen. Und auch Obwalden möchte mit dem Glaubenberg das Bundesasylzentrum weiterhin behalten. Dort unterhält der Bund derzeit eine Unterkunft für maximal 240 Personen.

«Es werden verschiedene Standorte geprüft», sagt nun Andreas Barraud, Vorsteher des Schwyzer Volkswirtschaftsdepartements. Konkreter werde man zurzeit aber nicht. Barraud sagt, er habe Signale aus Obwalden erhalten, dass bis Ende Jahr eine Verlängerung für den Standort Glaubenberg unterzeichnet werden soll. Der Vertrag läuft eigentlich bis 2019. «Wir gehen nun davon aus, dass das Bundesasylzentrum auf dem Glaubenberg bis 2022 betrieben wird und wir so die nötige Zeit erhalten, um die Verhandlungen über den Standort Wintersried vertieft zu führen.» Bis dahin könnte der Glaubenberg als Übergangslösung dienen, bis zur definitiven Inbetriebnahme eines Bundesasylzentrums in der Zentralschweiz. Die Schwyzer Regierung hofft nun, dass in den nächsten fünf Jahren ein alternativer Standort für Wintersried gefunden werden kann. Dies, obwohl Seewen als Bundesasylzentrum mit Warte- und Ausreisefunktion im aktuellen Sachplan Asyl des Bundes aufgeführt wird. Dieser wird voraussichtlich bis Ende Jahr verabschiedet.


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