Der Einsiedler Wolf ist überführt

SCHWYZ ⋅ Nachdem der Wolf bereits 2014 zweimal im Kanton Schwyz zugebissen hatte, gehen auch die Schafe, die diesen Oktober in Einsiedeln gerissen wurden, auf sein Konto. Dies zeigt die nun vorliegende DNA-Analyse.
03. November 2017, 07:38

Andreas Seeholzer

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

In der Nacht auf Sonntag, 8. Oktober, hat ein Wolf in der Region Einsiedeln eine Schafherde angegriffen. Vier Schafe sind dabei verendet. Mittlerweile ist klar, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat. Von der Abteilung Jagd im Umweltdepartement wurden beim Kompetenzzentrum für Grossraubtiere (Kora) im Bundesamt für Umwelt zwei DNA-Analysen eingereicht.

Wie Manuel Wyss, Abteilungsleiter für die Jagd im Umweltdepartement, gestern auf Anfrage sagte, hat eine der Proben bestätigt, dass es sich tatsächlich um einen Wolfsriss handelt. «Wir haben zwei Proben eingeschickt, eine davon war nicht interpretierbar, die andere belegt eindeutig einen Wolf.» Damit sei mit der Analyse aber erst die Artbestimmung gemacht. Noch habe man kein Resultat der Individualanalyse. Um die DNA-Probe auch einem bestimmten Wolf zuordnen zu können, brauche es mehr Zeit. Die Individualanalyse aus Bern wird auf Ende November erwartet.

Ist ein zweiter Wolf im Gebiet aktiv?

Ob es sich beim aktuellen Riss um den in der Region bekannten Wolf M52 handelt, ist zurzeit noch alles andere als klar. M52 konnte mit Kot und Haarproben eindeutig bestimmt werden. Er lebt schon länger im Grossraum Einsiedeln und hat noch nie Nutztiere angegriffen. «M52 war bis anhin noch nie auffällig», sagt Manuel Wyss, «es kann also gut sein, dass die aktuelle DNA-Probe von einem anderen Wolf stammt.» Dies würde bedeuten, dass ein zweiter Wolf im Grossraum Einsiedeln lebt.

Die genaue Zuordnung einer DNA-Analyse bekommt dann Gewicht, wenn es darum geht, dass ein Wolf erlegt werden muss. Denn erst wenn ein Wolf erhebliche Schäden anrichtet, kann der Kanton eine Bewilligung zum Abschuss erteilen. Wölfe können erlegt werden, wenn sie im ersten Jahr ihres Auftauchens mindestens 35 Schafe oder Ziegen in vier Monaten oder 25 Nutztiere in einem Monat gerissen haben. In den Folgejahren wird ein Abschuss ab 15 gerissenen Nutztieren innert vier Monaten möglich. Kommt es zur Rudelbildung, kann der Kanton mit Zustimmung des Bafu den Bestand regulieren, wenn im Streifgebiet eines Wolfsrudels mit Jungtieren mindestens 15 Nutztiere innerhalb von vier Monaten getötet wurden.

In Oberiberg ist es derweil am vergangenen Samstag zu zwei weiteren Rissen in einer Damwildzucht gekommen. Beide Tiere sind dabei verendet. Noch ist nicht bekannt, wer für den Riss verantwortlich ist. Eines kann aber ausgeschlossen werden: Dieses Mal war es kein Wolf. Das konnte das Kora anhand der Rissbilder ausschliessen.


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