Die letzte Fahrt auf die Seebodenalp wird versteigert

KÜSSNACHT ⋅ Am Sonntag fährt das «Seeboden-Bähnli» zum letzten Mal – zu reduzierten Tarifen. Die allerletzte Fahrt geht allerdings an den Meistbietenden.
03. November 2017, 05:00

In zwei Tagen geht eine 47-jährige Ära zu Ende. Dann fährt die gelbe Seebodenalp-Bahn zum letzten Mal. Ab 9 Uhr ist das Festzelt an der Talstation in Küssnacht geöffnet. Auch für musi­kalische Unterhaltung ist gesorgt: Es spielen Ländlerhess, Alphornbläser sowie das Ländler-Trio Siebäsiächä aus Küssnacht.

Höhepunkt des Festes dürfte die Versteigerung der allerletzten Fahrt auf die Seebodenalp sein. Um 12 Uhr beginnt die Auktion im «amerikanischen Stil», wie es auf Anfrage heisst. Sprich: Die Meistbietenden erhalten einen Platz im «Seeboden-Bähnli», welches dann am späteren Nachmittag zur letzten Fahrt aufbricht. Für alle anderen gibt es den ganzen Tag ermässigte Preise: Eine einfache Fahrt kostet 2 Franken, retour 4 Franken.

Alte Kabinen kommen ins Museum

Die Küssnacht-Seebodenalp AG, welche die Bahn seit 63 Jahren betreibt, erhält bekanntlich für fünf Millionen Franken eine neue Seilbahn. Denn die aktuelle Konzession aus dem Jahr 1997 läuft heuer aus. Die Arbeiten an den neuen Masten laufen schon seit Mitte September. Und bereits nächste Woche werden die beiden alten Kabinen demontiert, heisst es auf Anfrage weiter. Sie kommen in ein Museum nach Chamonix, der bekannten französischen ­Ski­destination an der franzö-sisch-schweizerisch-italienischen Grenze. Aufmerksam auf die Küssnachter Bahn wurde das Museum, als die Kabinen zum Verkauf ins Internet gestellt wurden.

Nach dem Rückbau der alten, bestehenden Seilbahnanlage soll zügig an der neuen gebaut werden. Während der Bauarbeiten im kommenden Winter ist der Seilbahnbetrieb auf die 1020 Meter über Meer liegende Seebodenalp eingestellt, einen Busbetrieb gibt es nicht.

Die neue Bahnanlage eröffnet im Sommer 2018. Die beiden neuen Kabinen sollen dann Platz für 15 Fahrgäste bieten und auch Personen mit Rollstühlen oder mit Kinderwagen einfacher transportieren können. Damit wird die Kapazität von 80 auf 110 Personen pro Stunde erhöht. Die neue Bahn wird die Höhendif­ferenz von 570 Metern in acht ­Minuten überwinden. Zudem werden die Tal- und Bergstation komplett neu gebaut.

An den Kosten beteiligt sich auch der Bezirk Küssnacht mit 1,5 Millionen Franken. Der entsprechende Kredit wurde von über 86 Prozent der Stimmbürger im Februar gutgeheissen.

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch


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