Die Mäuse verhalfen zum Königstitel

WETTERSCHMÖCKER ⋅ Der neue Wetterkönig heisst Martin Holdener. Er deutet das Verhalten von Mäusen wie kein anderer für seine Wettervorhersagen – und ist damit erfolgreich.
28. Oktober 2017, 10:00

Erhard Gick

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

Seit gestern Abend nach der Herbstversammlung des Meteorologischen Vereins Innerschwyz zeichnet sich ein wettermässiger Clinch ab. «Die Vorgeschichte ist schnell erzählt», meinte Präsident Josef Bürgler. «Der Bucheli vom Fernsehwetter hat sich auf eine Langzeitprognose eingelassen und sagt einen milden Winter voraus. Unser Martin Holdener, Musers, meint genau das Gegenteil, mit viel Schnee und Kälte. Verzwickt, jetzt haben wir Meteo Schweiz gegen Musers. Wenn das nur gut geht. Nächsten Frühling werden wir es wissen», sagte der Präsident trotzdem zuversichtlich.

Martin Holdener hat das Wetter des letzten halben Jahres am genauesten vorausgesagt und wurde gestern im Schwyzer Mythen-Forum zum Wetterkönig gekürt. Sein Rezept für die genaue Vorhersage: die Mäuse. Und die haben, zur Bestimmung der Prognosen, bei ihm zu Hause auf dem Haggen gleich scharenweise die Wärme der Wohnstube gesucht. 58 Mäuse hat er schon eingefangen. So fällt denn auch seine Prognose aus: Der Winter werde schneereich und kalt (siehe Kasten). «Es schneit den Mäusen auf den Pelz, aber nicht mehr auf meine», meinte Holdener mit viel Humor. Auch Wettermissionar Martin Horat, Rothenthurm, war da mit Sieger Martin Holdener einig, es werde kalt.

Martin Horat, zuletzt mit seinen Aussagen bei den Frauen etwas in Verruf geraten, sagte, man müsse nicht immer alles so ernst nehmen. «Ich lebe noch, und ich bin auf der Strasse vielen Frauen begegnet. Keine hat mich verhauen.» Vielmehr ermunterte Wetterschmöcker Horat die Frauen und Mütter, das Strickzeug hervorzunehmen. «Der Januar wird so kalt, dass sogar die Ameisen wollene Söckchen anziehen müssen.»

Was natürlich am meisten interessierte, war, ob es denn weisse Weihnachten gibt. Da waren sich die Wetterschmöcker grösstenteils einig. Es gibt einen schneereichen Winter, eine weisse Pracht an Weihnachten. Wo und wie lange sie hält, wird sich zeigen. «Es steht fest, die Schneesportler werden im Dezember so nervös, dass sie morgens gar vergessen aufs WC zu gehen», meinte Wettermissionar Martin Horat als Anspielung auf den zu erwartenden vielen Schnee.

Sommerwetter war nahezu perfekt

Josef Bürgler hat sich trotz der Einigkeit des gestrigen Abends etwas geärgert. Irgendeine Wetterstation habe gesagt, dass dank eines schönen Oktobers der Sommer doch noch gerettet sei. «So ein Blödsinn. Von Mai bis Oktober war es wunderbar. Ich habe 98 schöne Tage, 28 Regentage, 23 mit Bewölkung und 23 veränderliche Tage gezählt.» Bürgler meinte, wer damit nicht einverstanden sei, könne ja Einsprache erheben. Es meldete sich niemand zu Wort.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Meteorologen mehr oder weniger einen durchzogenen bis schönen Sommer voraussagten. Der kommende Winter wird seinem Namen gerecht, und der Frühling kommt zur rechten Zeit. Man wird es an der GV am 27. April vernehmen, wer von den sechs Schmöckern das Wetter am besten voraussah.


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