Japanesenspiel ist gerettet

SCHWYZ ⋅ An der Fasnacht 2019 werden die Japanesen wieder ein Spiel bieten. Noch nicht gelöst ist aber die Sanierung der Gesellschaft selber.
08. Januar 2018, 07:44

Josias Clavadetscher

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

Die Spieltradition der Japanesengesellschaft Schwyz kann fort­gesetzt werden. Die traditionelle Reichsversammlung vom Dreikönigstag hat einstimmig den Spielbeschluss gefasst und dafür ein Budget mit Defizitgarantie von 150000 Franken zur Verfügung gestellt. Auch die Personalien sind geregelt: OK-Präsident ist Karl Schönbächler, Roger Bürgler ist Autor, Regie führt Urs Kündig, und Finanzchef ist Rainer K. Zörner. Bürgler wird zudem mit seiner Firma die Produktionsleitung übernehmen.

Dass diese Rettung aus einer kritischen Situation gelungen ist, kann man Ehrenmandarin Toni Dettling verdanken. Der alt National- und Ständerat betonte aber, dass «es vor allem ausgesprochen schwierig gewesen sei», einen OK-Präsidenten zu finden. Noch vor einem Jahr habe die Gesellschaft sich mit «drei Abwrack-Anträgen» befassen müssen. Es war damals von einer dreijährigen Sistierung der Vereinstätigkeiten, einer reduzierten Weiterführung oder sogar von der Auflösung die Rede. In einer Findungskommission hat Dettling das Schwergewicht der Sanierung auf die Weiterführung der bis 1857 zurückreichenden Spieltradition gelegt und damit Erfolg gehabt.

Spiel wird schlanker und fasnächtlicher

Generell geht man davon aus, dass das Spiel 2019 schlanker, aber auch fasnächtlicher werden soll. Zudem wird das Budget heruntergefahren. Statt wie bisher mit bis zu 600000 Franken soll das neue Spiel mit einem Budget von 300000 bis 400000 Franken auskommen.

Noch nicht ganz so weit wie die Wiederbelebung der Spiel­tradition ist die Reorganisation der Gesellschaft selber. Wie Toni Dettling betonte, sei es alles andere als einfach, «die alte Tradition in die Moderne zu überführen». Am ehesten könne dies gelingen, indem im Schlepptau des nächsten Spiels von 2019 eine Verjüngung und Erneuerung stattfinden könne. Die Mandate des Vereinspräsidenten wie des Vizepräsidenten und allenfalls von Beisitzern konnten an der Reichsversammlung erneut nicht besetzt werden. Patrik Bamert, Amtsinhaber 2011/2013, erklärte sich bereit, die administrativen Arbeiten weiterzuführen.

Für die Sanierung der Gesellschaft wird ebenfalls ein Team eingesetzt. Auf Antrag aus der Reichsversammlung hat sich Toni Dettling bereit erklärt, auch da mitzuwirken – obwohl er der Meinung sei, dass dies eigentlich der jüngeren Generation überlassen werden müsste. Bis Mitte Jahr soll diese Gruppe erste Vorschläge ausarbeiten, wie es weitergehen könnte. Die Gesellschaft soll weiterbestehen, erklärte Bamert, «aber nicht so wie heute». Es besteht die Absicht, die Japa­nesengesellschaft zur Theater­gesellschaft umzubauen, deren Hauptzweck die Aufführung von Freilichtspielen an der Fasnacht ist. Spätestens in einem Jahr sollen an der Reichsversammlung die Entscheide dazu fallen.


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