Küssnacht kehrt Gemeindeverband LuzernPlus den Rücken

REGIONALE ENTWICKLUNG ⋅ Nach sieben Jahren kündigt der Bezirk Küssnacht seine Mitgliedschaft beim Gemeindeverband Luzern Plus auf Ende Jahr. Das wird in Luzern bedauert, denn die Schwyzer haben für die angrenzenden Gemeinden eine wichtige Funktion.
Aktualisiert: 
30.11.2017, 19:00
30. November 2017, 12:25

Sieben Jahre nach dem Beitritt von Küssnacht zum regionalen Entwicklungsträger Luzern Plus haben die Schwyzer die Mitgliedschaft auf Ende 2017 gekündigt. Das teilte der Bezirk gestern mit. Man wolle die überkommunale Zusammenarbeit zukünftig wieder bilateral regeln.

«Wir haben festgestellt, dass sich der Fokus der Diskussionen und Problemkreise innerhalb von Luzern Plus stark auf den Kanton Luzern oder die nähere Umgebung der Stadt beschränkt», sagt Landschreiber Marc Sinoli auf Anfrage. Der Bezirksrat habe sich bei seinem Eintritt 2010 eine Koordination bei verschiedenen regionalen Projekten und eine bessere Vernetzung mit der Agglomeration Luzern erhofft.

Seit ihrem Beitritt hätten die Küssnachter in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen des Verbandes mitgewirkt. Bereits 2015 habe der Bezirksrat im Rahmen einer Standortbestimmung die Vor- und Nachteile analysiert und sei zum Schluss gekommen, dass «der Nutzen der Mitgliedschaft für den im Kanton Schwyz liegenden Bezirk mit dem Aufwand nicht übereinstimmt».

Dabei seien finanzielle Überlegungen – also die jährlichen Beiträge in der Höhe von rund 12'500 Franken – nicht im Vordergrund gestanden, beteuert Sinoli. Er betont, man habe interessante Kontakte gepflegt und wolle auch weiterhin mit den angrenzenden Gemeinden Zusammenarbeiten.

Luzern-Plus-Präsident Pius Zängerle bedauert den Entscheid aus Schwyz: «Die Diskussion im Bezirk Küssnacht wird schon länger geführt, deshalb kommt das für uns nicht ganz überraschend», sagt er, «aber wir bedauern den Austritt Küssnachts aus dem regionalen Entwicklungsträger Luzern Plus sehr.» Der Bezirk habe für die umliegenden Gemeinden eine Funktion als Zentrum. Neben den Einkaufsmöglichkeiten sei etwa auch das Gymnasium Immensee wichtig für die Anrainergemeinden. Weitere Austritte und damit eine Schwächung von Luzern Plus befürchte er indes nicht, sagt Zängerle. Denn: «Die Luzerner Gemeinden müssen weiterhin einem Raumentwicklungsträger angehören.»

Weitere Zusammenarbeit muss neu verhandelt werden

Den Küssnachtern will er nun nicht gleich die Türe zuwerfen, auch wenn man enttäuscht sei: «Wir sind weiter für eine Zusammenarbeit offen», betont Zängerle, fügt aber an: «Mit dem Austritt ist die jetzige Form der Zusammenarbeit beendet. Wenn Küssnacht Anliegen dieser Art haben sollte, werden wir im Einzelfall die Bedingungen der Beteiligung prüfen.»

Luzern Plus gehören die Stadt Luzern und 25 Agglomerationsgemeinden an. Als regionaler Entwicklungsträger koordiniert Luzern Plus gemeindeübergreifende Themen. Er will das Zusammenleben über die Gemeindegrenzen hinaus optimieren, etwa mit Raumplanungs- und Mobilitätskonzepten. Letztes Jahr wurden insgesamt 1,7 Millionen Franken aufgewendet.

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch


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