Sanierung macht Eiffelbrücke zum Schmuckstück

RIGI ⋅ Die historische Brücke in Unterstetten hat eine weitherum sichtbare Ausstrahlung. Nur ist das bahnhistorische Bauwerk marode. Das ändert jetzt. Die «Eiffelbrücke» soll bis im Herbst zu einem Bijou werden.
09. Juni 2017, 08:10

«Natürlich ist die Brücke sicher», sagt Karl Küttel, Gersau, der für die Sanierung der Unterstetten-Brücke verantwortlich zeichnet. Sie bröckelt, an den Pfeilern fehlen Steine, und sie wird gestützt. Nur die Vorstellung lässt erahnen, dass auf der Rigi eine Zeitzeugin der Eisenbahngeschichte steht, eine «Eiffelbrücke». Das soll so bleiben. Deshalb hat sich die Rigi Scheidegg AG zu ihrem 50-jährigen Bestehen auf die Fahne geschrieben, die Unterstetten-Brücke in neuem altem Glanz erstrahlen zu lassen.

«Wir wollen die Brücke nach historischen Vorgaben sanieren. Die ersten Bauarbeiten dazu sind jetzt gestartet worden», erklärt Karl Küttel. Die Brücke leidet an starken Erosionsschäden. Kein ganz günstiges Unterfangen also, wie Küttel auf Anfrage bestätigt. «Insgesamt investieren wir 1,12 Millionen Franken, um die Brücke wieder im Originalzustand präsentieren zu können.» Aufwendig ist das Bauvorhaben deshalb, weil ein spezielles Vorgehen gewählt werden musste, ähnlich wie seinerzeit von den Rigibahnen mit dem Hochperron. «Die Brücke muss eingehaust werden, also komplett mit einer Hülle eingepackt werden. Das ermöglicht es uns, Sandstrahlarbeiten vorzunehmen. Die Konstruktion wird von der Bleimennige befreit.» 

Brücke wurde fotografisch dokumentiert 

In einem weiteren Schritt werden dann die ausgebrochenen Steine, die am Fundament fein säuberlich aufgeschichtet sind, wieder aufgebaut. Zum Schluss erhält die Brücke dann noch eine neue Betongrundplatte. Klingt eigentlich alles ganz einfach, ist es aber nicht. Im Vorfeld hat man die Brücke in noch einigermassen ordentlichem Zustand fotografisch dokumentiert. Das ermöglicht es jetzt den Spezialisten, beim Wiederaufbau die ausgebrochenen Steinblöcke historisch genau wieder zu platzieren. «Das ist anspruchsvoll, aber wir werden einen Spezialisten hinzuziehen, der sich mit solchen historischen Brückenbauten mit Steinfundamenten auskennt», so Karl Küttel.

Die Brückenkonstruktion ist dieselbe Konstruktion, wie sie der Pariser Eiffelturm aufweist. «Es ist ein bedeutendes Bauwerk», hält Küttel weiter fest. Und diese Bedeutung wird dadurch unterstrichen, dass für die Rekonstruktion die Mitarbeit des eidgenössischen Denkmalpflegers Eugen Brühwiler durch das Bundesamt für Strassen (Astra) zugesichert wurde. Er wird zusammen mit dem Schwyzer Denkmalpfleger Thomas Brunner den Wiederaufbau der Brücke fachlich begleiten. 


Erhard Gick

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch


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