Schüler stellen Lehrer im Internet bloss

SCHWYZ ⋅ Eklat am Gymnasium Schwyz: Schüler haben Fake-Profile ihrer Lehrer auf Facebook und Instagram gestellt. Die falschen Bilder haben es in sich.
29. November 2017, 05:00

Das gab Aufruhr unter den Nutzern sozialer Netzwerke: Gefälschte Profile von Lehrerinnen und Lehrern der Kantonsschule Kollegium Schwyz (KKS) machten die Runde. Mittlerweile ist klar: Schüler des Gymnasiums haben die Fake-Profile auf Facebook und Instagram erstellt. Mittlerweile wurden sie gelöscht. «Wir haben das Problem intern geregelt», sagt Michael Schlüssel, Prorektor des Kollegis Schwyz. Und weiter: «Wir haben schnell Wind von den Profilen bekommen und konnten gleich eingreifen.» Es hätten bereits Gespräche mit den betroffenen Lehrern und den betreffenden Schülern stattgefunden. Von einer Anzeige habe die Schulleitung indes abgesehen.

Trotzdem – das Internet vergisst nicht so leicht. Teilweise wurden die Bilder manipuliert. Ein Lehrer umarmte zum Beispiel Mitglieder des Ku-Klux-Klans. Von einem anderen wurde ein Bild veröffentlicht, das ihn als Bodybuilder zeigt und versehen ist mit folgender Beschreiung: «Meine Schüler werden immer schlechter. Ich glaub, ich muss denen den Stoff reinprügeln.»

Wer beleidigende Fake-Profile erstellt, betreibt Cybermobbing. «Man spricht dann von Cybermobbing, wenn mehrere Täter eine Person im Internet oder mittels Smartphones über einen längeren Zeitraum beleidigen, blossstellen oder belästigen», sagt David Mynall, Sprecher der Kantonspolizei Schwyz.

Opfer wissen oft nichts von Mobbing

Es ist einfach, auf einer sozialen Plattform ein Profil einzurichten. Deshalb bleibt laut Mynall für ein Opfer häufig unklar, von wem es überhaupt gemobbt wird: «Dieses Gefühl der Ungewissheit wird als besonders quälend empfunden.» Ausserdem werde oft nicht direkt, also zum Beispiel auf der Pinnwand, gemobbt, sondern am Opfer vorbei – also auf Kanälen, zu denen es keinen Zugang hat. Deshalb merkt das Opfer oft erst sehr spät, dass es gemobbt wird und von wem. (nic)


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