Sexueller Übergriff: Ehemalige Schülerin des Gymnasiums Immensee erstattet Anzeige

SCHWYZ ⋅ In den 90er Jahren kam es laut Aussagen einer ehemaligen Schülerin des Gymnasiums Immensee zu sexuellen Übergriffen ihres Lehrers. Das Gymnasium bestätigte am Samstag, dass es sich bei dem Bericht um die Schwyzer Schule handle.
20. Mai 2017, 09:31

Am Freitag veröffentlichte der «Tagesanzeiger» einen Artikel über eine Frau, die die Zeitung Joana A. nennt.

Darin erhebt die heute 40-Jährige schwere Vorwürfe an ihren ehemaligen Lehrer, der während ihrer Schulzeit in den 90er Jahren sexuelle Übergriffe auf sie verübt haben soll. Vor zwei Wochen erhob sie Anzeige. Die Übergriffe sind bereits verjährt, jedoch sei dies ein Teil ihrer Therapie.

Am Samstag bestätigte das Gymnasium Immensee in einer Medienmitteilung, dass es sich dabei um die Schwyzer Schule handle. Der «Tagesanzeiger» schreibt, dass die ehemalige Schwyzer Schülerin mit 22 Jahren mit ihrer ehemaligen Schule das Gespräch gesucht habe. 

«Gemäss unseren Akten haben die Schulverantwortlichen seinerzeit sofort reagiert und mit der ehemaligen Schülerin eine Aufarbeitung gestartet. Zum damaligen Zeitpunkt im Jahr 2001 gingen die Schulverantwortlichen davon aus, dass keine strafbaren Tatbestände vorliegen. Aus rechtlicher Sicht bestand zudem kein juristischer Grund, den Lehrer zu entlassen», schreibt die Schule in der Mitteilung. Dieser arbeitete bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 weiterhin an der Schule.

Das Gymnasium Immensee weiter: «Die ehemalige Schülerin nahm damals nach Rücksprache mit der Opferhilfe aus für uns heute nachvollziehbaren Gründen Abstand von einer Weiterführung des erwähnten Aufarbeitungsprozesses. Intern wurde der Prozess hingegen nahtlos weitergeführt und unmittelbare Massnahmen ergriffen.»

Es sei zu diesem Thema ein Retraite mit der Lehrerschaft durchgeführt worden und man habe Richtlinien gegen Mobbing und sexuelle Belästigung erarbeitet. Diese seien heute noch in Kraft. «Das Gymnasium Immensee billigt keinerlei Übergriffe irgendwelcher Art. Der ehemaligen Schülerin drücken wir unser Mitgefühl aus. Den damals unterbrochenen Aufarbeitungsprozess würden wir gerne gemeinsam mit ihr weiterführen», so die Schule.

pd/zfo

 

 

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