Teilweise zu viel Quecksilber rund um Goldauer Glühbirnenfabrik

SCHWYZ ⋅ Die Böden einzelner Areale rund um die ehemalige Luxram Licht AG in Goldau müssen saniert werden, weil sie zu viel Quecksilber beinhalten. In den obersten Schichten dieser Böden wurden mehr als 2 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Erde festgestellt.
Aktualisiert: 
15.11.2017, 11:52
15. November 2017, 10:02

Im Gebiet zwischen Gotthard- und Bergstrasse in Goldau sind total 48 Proben aus der obersten Bodenschicht entnommen worden, wie das Amt für Umweltschutz am Mittwoch mitteilte. In 34 wurde der Quecksilbergrenzwert von 0,5 Milligramm pro Kilogramm unterschritten. Dazu gehören die Kinderspielplätze und alle Grundstücke, die nördlich der Bahnlinie von Arth-Goldau Richtung Zug sowie westlich der Gotthardstrasse liegen.

In den restlichen 14 Bodenproben wurden Quecksilberbelastungen nachgewiesen. In einem Teil der Areale liegt die Belastung unter 2 Milligramm pro Kilogramm. Es handelt sich um eine schwache bis mittlere Belastung.

Diese Böden könnten ohne Einschränkungen von Kindern und zum Gartenbau genutzt werden, teilte das Amt für Umweltschutz mit. Einschränkungen gebe es bei Baugesuchen mit Bodenverschiebungen.

Die Böden mit einer Quecksilberbelastung von über 2 Milligramm pro Kilogramm unterstehen einer Sanierungspflicht. Sie müssen in den kantonalen Kataster der belasteten Standorte eingetragen werden. Die Auswirkungen auf die von der Gemeinde geplante Entwicklung des Bahnhofgebietes werden als gering bezeichnet.

Die Luxram beim Bahnhof Arth-Goldau hat bis in die 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts Glühlampen hergestellt. Für die Produktion von Schaltern und Quecksilberdampflampen war während rund zwei Jahrzehnten Quecksilber zum Einsatz gekommen. Zudem wurden Pumpen verwendet, die Quecksilber enthielten. Das Schwermetall dürfte über die Luft in die Umgebung geraten sein. (sda)

Quecksilber

Quecksilber gehört zu den Schwermetallen und ist bei Raumtemperatur flüssig. In der Natur kommt es vor allem in vulkanischen Gebieten vor. Das Quecksilber in unserer Umwelt ist jedoch zu einem grossen Teil menschengemacht.

Metallisches Quecksilber wurde, respektive wird, in Thermometern, Manometern, Quecksilberdampflampen und Spezialbatterien verwenden. Zudem werden Quecksilberverbindungen als Fungizide und Insektizide sowie als Beizmittel eingesetzt. 


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