Eingesperrt im Hölloch: Wären Frauen in der Gruppe hilfreich?

MUOTATHAL/LUZERN ⋅ Die geplante Zwei-Tage-Biwak-expedition ins Hölloch im Muotathal dehnt sich für die acht Männer aus. Sie sitzen seit Samstag wegen eines Wassereinbruchs in der Höhle fest und können diese voraussichtlich frühestens am kommenden Wochenende verlassen, wie die Schwyzer Kantonspolizei sagt.
24. Januar 2018, 20:46

Julius Kurmann, Chefarzt der Stationären Dienste der Luzerner Psychiatrie, zeigt auf, welche Schwierigkeiten in einer solchen Extremsituation auftreten können.

Julius Kurmann, die Männer sind seit mehr als drei Tagen in der Höhle. Welche Probleme können aus psychologischer Sicht auftreten?

In einer solchen Situation können verschiedene psychische Pro­bleme auftreten – insbesondere Ängste, Verzweiflung oder depressiv-gereizte Verstimmungen. Hinzu kommt, dass psychische Defizite auch körperliche Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Kopf- oder Bauchschmerzen auslösen können.

In der Gruppe können solche Ängste sicher aufgefangen werden.

Das kann man so nicht sagen. Eine Gruppe kann sowohl stabilisierend als auch belastend sein. Da alle Männer in der gleichen Situation sind, überwiegen vermutlich die Solidaritätsgefühle. Dennoch spielt auch die individuelle Belastbarkeit eine Rolle. Wie stark sind die Bewältigungsmechanismen und Ressourcen, mit Stresssituationen umzugehen?

Es befinden sich nur Männer in der Höhle. Wären Frauen für die Gruppendynamik hilfreich?

Wichtiger als die Genderfrage ist die Gruppenzusammensetzung. Passen sie zueinander? Mögen sie sich? Eine positive Gruppendynamik ist förderlich. Ferner wirken auch ein geregelter Tagesablauf und gemeinsame Rituale – wie etwa Essen – unterstützend. (kuy)


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