Wasser stoppt Tunnelbauer bei Südumfahrung in Küssnacht

STRASSENBAU ⋅ Knapp ein Jahr nach dem Anstich für den bergmännischen Tunnel der Südumfahrung in Küssnacht sind die Tunnelbauer auf Wasser gestossen. Die Arbeiten mussten unterbrochen werden.
10. August 2017, 09:42

Rund die Hälfte der 348 Meter Untertagebau des Tunnels Burg seien ausgebrochen, teilte das Baudepartement Schwyz am Donnerstag mit. Mitte Juli zwang ein unerwarteter Wasserzutritt die Arbeiter, den Tunnelvortrieb einzustellen. Der Tunnel als Herzstück der Umfahrung wird von Norden her vorgetrieben.

Im betroffenen Gebiet befinde man sich im Lockergestein, erklärte Projektleiter Kurt Waber auf Anfrage. Bei der vorauseilenden Sicherung würde jeweils rund 15 bis 20 Meter voraus gebohrt. Dabei sei Wasser angezapft und das Loch vorerst wieder geschlossen worden.

Es gelte nun, die Geländemodelle zu verfeinern und möglicherweise weitere Erkundigungsbohrungen vorzunehmen. "An der Route kann man in einem so kurzen Tunnel nichts ändern, es ist jetzt eine Frage der Sicherung", sagte Waber.

Auf die andere Seite verlegt

Die Abklärungen über die Gründe für den Wasserzutritt werden einige Zeit in Anspruch nehmen. Wann die Tunnelarbeiten wieder aufgenommen werden können, hänge vom Ergebnis der geologischen Untersuchungen ab.

Weil der Vortrieb solange ruhen muss, habe die Bauherrschaft entschieden, die Arbeiten nun auf der Südseite im Gebiet Räbmatt aufzunehmen. Dort sind bereits zehn Meter Tunnel gebaut, die Stelle wäre für den Durchstich vorgesehen gewesen.

Der Boden bestehe auf dieser Seite aus Schotter, die Geologie sei bekannt. Die Arbeiten werden voraussichtlich in der letzten Augustwoche beginnen. Allfällige Auswirkungen auf den Terminplan der Südumfahrung und auf die Gesamtkosten lassen sich im Moment noch nicht abschätzen. Die Eröffnung ist für Sommer 2019 vorgesehen.

120 Millionen Franken

Die Südumfahrung Küssnacht wird als Hauptstrasse gebaut und total 1230 Meter lang sein. Die Kosten für die Strasse, die den Ort vom Durchgangsverkehr entlasten soll, werden auf 120 Millionen Franken veranschlagt. Bauherr der Südumfahrung ist der Kanton Schwyz.

Küssnacht hat seit 1972 eine Nordumfahrung, die das Dorfzentrum vom Verkehr in Richtung Luzern entlastet. Auf die Südumfahrung - die Entlastung vom Verkehr zu den Luzerner Seegemeinden an der Rigi-Südflanke - mussten die Küssnachter jahrzehntelang warten. Spatenstich war im Juni 2015.

Die Südumfahrung wird zusammen mit der Nordumfahrung in ein Gesamtverkehrssystem eingebunden. Zu diesem gehören weitere Strassenausbauten, aber auch eine Verkehrsberuhigung im Dorfkern und in den zentrumsnahen Quartieren.

(sda)


Leserkommentare

Anzeige: