Übergangskonzession für Bahnstrom-Kraftwerk

SCHWYZ ⋅ Die heutige Konzession des Bahnstorm-Kraftwerks Etzelwerk am Sihlsee wird voraussichtlich im Mai 2017 auslaufen - noch bevor eine neue in Kraft treten wird. Eine fünfjährige Übergangslösung soll für einen unterbruchsfreien Betrieb des Kraftwerks sorgen.

Nach einer Laufzeit von 80 Jahren läuft die von den Kantonen Zürich, Zug und Schwyz sowie den Bezirken Einsiedeln und Höfe verliehene Etzelwerk-Konzession 2017 aus. Seit Juli 2013 verhandeln diese mit der SBB über eine Neukonzession für das Werk.

Nachdem sich die Parteien bereits zu fünf formellen Verhandlungen trafen, liege nun ein erster Konzessionsentwurf vor, teilten die SBB und der Kantons Schwyz am Montag gemeinsam mit.

Dieser thematisiere unter anderem einerseits die Nutzung des Sihlseewassers im Etzelwerk, andererseits auch das Pumpen von Wasser aus dem Zürich- in den Sihlsee, heisst es weiter. Auch die Option einer Überleitung der Alp in den Sihlsee zur Verbesserung des Hochwasserschutz ist Gegenstand des Entwurfs.

Kraftwerk gehört der SBB

Nun aber zeichnet sich ab, dass die heutige Etzelwerk-Konzession im Mai 2017 auslaufen wird - noch bevor eine neue in Kraft treten wird. Die Diskussionen und Gerichtsgänge zur Frage des Heimfalls hätten die Verhandlungen stark verzögert, heisst es.

Im August 2009 hatte das Bundesgericht nämlich entschieden, dass das Bahnstrom-Kraftwerk nach dem Auslaufen der Konzession der SBB gehören wird. Laut Bundesgericht besteht kein Heimfallrecht zu Gunsten der Kantone oder der Bezirke.

Damit der Betrieb des Werks nun aber zu jeder Zeit gewährleistet ist, soll eine Übergangskonzession von fünf Jahren die Lücke schliessen. Konzessionsgeber und SBB seien sich darüber einig geworden, teilten sie mit. In den Bezirken Einsiedeln und Höfe finden im Februar 2016 dazu entsprechende Volksabstimmungen statt.

Anschliessend müsse die Übergangsregelung dem Schwyzer Kantonsrat zur Genehmigung vorgelegt werden. Zürich und Zug müssen dem Vorgehen mit Regierungsratsbeschlüssen zustimmen.

Noch zwei mögliche Varianten

Für die Erneuerung des Etzelwerks untersuchte die SBB verschiedene Kraftwerksvarianten. Zwei will sie weiter verfolgen. Ein Wasserkraftwerk mit nur minim grösserer Leistung von heute 135 Megawatt auf künftig rund 150 Megawatt würde den Bedarf der SBB decken, heisst es.

Zudem würde ein solches die besten Wirtschaftlichkeitszahlen sowie die kleinsten Veränderungen für die Sihlseeregion aufweisen. Durch neue, leistungsstärkere Turbinen könnte die Leistung des Etzelwerks in einer so genannten Kombi-Lösung auf 250 Megawatt gesteigert werden.

Eine Steigerung der Leistung auf 500 Megawatt verfolgt die SBB hingegen nicht mehr. In Anbetracht der aktuellen Lage auf dem Strommarkt lasse sich kein Partner für einen Ausbau in dieser Grössenordnung finden, heisst es. Zudem erachtet die SBB die Konsequenzen eines derartigen Kraftwerks für die Region als zu gross.

sda

 


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