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Menschenhandel-Prozess geht in zweite Runde

SCHWYZ ⋅ Im Menschenhandel-Prozess sind weder die zehn Beschuldigten noch die Oberstaatsanwaltschaft mit dem Urteil des Strafgerichts zufrieden. Sie alle haben beim Kantonsgericht Berufung eingelegt. Damit geht der Grossprozess in eine zweite Runde.

Dies erklärte eine Gerichtssprecherin am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Einen Zeitplan für den Prozess vor der zweiten Instanz gebe es noch nicht, sagte sie.

Das Schwyzer Strafgericht verurteilte im Juni 2014 neun Männer und eine Frau wegen Menschenhandels und Prostitution in einer Kontaktbar in Tuggen . In sechs Fällen wurden Freiheitsstrafen zwischen 12 und 32 Monaten gefällt, grösstenteils bedingt bei Probezeiten von zwei respektive drei Jahren. In neun Fällen wurden Geldstrafen und in vier Fällen Bussen gesprochen.

Die Verurteilten stammen aus der Türkei (4), aus Serbien (2), Rumänien, Bulgarien und Libanon (je 1) sowie aus der Schweiz. Sie bestritten vor Gericht die Vorwürfe des Menschenhandels und der unzulässigen Prostitution.

Mehrere Verteidiger monierten zudem während der Verhandlung, die rund sieben Jahre nach den mutmasslichen Vorfällen stattgefunden hatte, eine Verletzung des Prozessrechtes und der Strafprozessordnung. Sie verlangten den Prozessabbruch oder Freisprüche. Die Oberstaatsanwältin dagegen forderte strengere Urteile, nämlich Freiheitsstrafen bis zu vier Jahren.

Der Fall geht zurück auf Grossrazzien, die im Februar 2007 in Nidau und Tuggen durchgeführt wurden - eine der grössten je in der Schweiz durchgeführten Aktion gegen Menschenhandel. 16 Personen wurden verhaftet.

Vor dem Schwyzer Strafgericht ging es um die Beteiligten der Bar in Tuggen. Die Anklage sprach von 23 Opfern, vorwiegend aus Rumänien und Bulgarien, die dort zwischen November 2006 und Februar 2007 zur Prostitution gezwungen wurden.

sda
 

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Leserkommentare
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 09.01.2015 21:52

    Konntrn sich alle diese Menschenhändler nun auf Kosten der Schweiz, während Jahren frei bewegen. Ich begreife nicht, dass man in einem solchen Fall nicht sofortige Urteile fällt und nach Verbüssung der Strafen des Landes verwiesen werden. Nur Geldstrafen zu fordern ist doch lächerlich, sicher hat unser Staat schon ein mehrfaches für diese Menschenhändler ausgegeben.

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