Neue Bartgeier-Anlage im Tierpark Goldau

SCHWYZ ⋅ Der Natur- und Tierpark Goldau hat eine neue Anlage für das Bartgeierpaar Mascha (26) und Hans (23) eingeweiht. Neu gelangen Besucher durch Schleusen direkt in die Anlage.

Behördenvertreter, Gönner und Mitglieder der Stiftung und des Vereins Natur- und Tierpark Goldau haben am Mittwoch die neue Anlage feierlich eingeweiht. Sie ersetzt die in die Jahre gekommene alte Anlage.

Die neue Anlage ist über 100 Quadratmeter grösser geworden und bietet den Vögeln einen Drittel mehr Flugraum als im Vorjahr. Der Tierpark hat für die Besucher einen direkten Blick auf die Bartgeierhorste und die Tiere geschaffen. Die Bauzeit betrug rund sechs Monate. Der steile Hang und die Felsblöcke hätten das Vorhaben sehr anspruchsvoll gemacht, schreibt der Tierpark in einer Mitteilung.

Das Bartgeier-Projekt sei typisch für das Engagement des Natur- und Tierparks Goldau zugunsten der Biodiversität. Der Park gelte als Arche Noah der Vielfalt, da er bedrohte oder in der Freiheit ausgestorbene Arten züchtet, erhält und wieder ansiedelt.

Es sei auch in Zukunft wichtig, über den Bartgeier zu informieren, denn solange Bartgeier mit Giftködern oder mit Abschüssen erlegt werden, müsse die Öffentlichkeit überzeugt werden, dass der Bartgeier ein Aas- und Knochenfresser ist, schreibt der Tierpark weiter. Mit zusätzlichen Ausstellungen, Publikationen, Workshops und Führungen könne das «falsche Image» des Bartgeiers ins richtige Licht gerückt werden.

Mascha und Hans

Während der Bauzeit durften Mascha und Hans in der Bartgeierzuchtstation, die sich auf der Nordseite des Tierparkgeländes befindet, ihren Urlaub geniessen. Für die Paarungszeit im November 2014 kehrten sie rechtzeitig in die neue Voliere zurück. Sobald die Türen offen waren, hüpften die beiden Vögel heraus. Sie schauten sich kurz um und schienen sofort zu realisieren, wo sie waren. Dann zupften sie ihr etwas zerzaustes Federkleid zurecht, und die Welt schien wieder in Ordnung zu sein. Gross war die Erleichterung, als die Tierpfleger bereits nach zwei Stunden eine erste Paarung beobachteten.

Die Brutzeit und der Schlupf des jungen Bartgeiers konnten erstmals in einem Livestreaming im Horst miterlebt werden. Am 20. Februar war es so weit: das Küken durchbrach die Eierschale. Die Eltern waren sichtlich nervös, auch wenn es ihre 14. Geburt war.

Hunderte begeisterter Vogelliebhaber verfolgten stundenlang das Bartgeierpaar Mascha und Hans bei der Fütterung und Betreuung des Jungtiers. Inzwischen ist das Junge stattlich gewachsen und gerade mal drei Monate alt. Die Blutprobe zeigte, dass es sich um ein Weibchen handelt. Damit steht fest, dass es am 31. Mai im Melchtal im Kanton Obwalden ausgewildert wird.

pd/rem


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