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Schwyzer Wahlsystem neu wie in Zug und Nidwalden

ABSTIMMUNG ⋅ Im Kanton Schwyz werden die Parlamentswahlen künftig nach einem neuen System durchgeführt. Das Volk hat die Majorzinitiative der SVP zwar abgelehnt, den Gegenvorschlag von Regierung und Parlament hingegen angenommen.

Der Kanton Schwyz muss bis zu den Kantonsratswahlen im Frühjahr 2016 ein bundesrechtskonformes Wahlsystem einführen. Das Bundesgericht hatte 2012 das bisherige Mischsystem aus Mehrheits- und Verhältniswahl (Majorz und Proporz) wegen fehlender Stimmrechtsgleichheit als verfassungswidrig eingestuft. Ein Jahr später erklärte die Bundesversammlung auch einen in der neuen Schwyzer Verfassung vorgesehenen nahezu identischen Wahlmodus für ungültig.

Seit der Abstimmung vom Sonntag ist nun klar, wie der neue Wahlmodus aussieht. Die SVP- Verfassungsinitiative «Für ein einfaches und verständliches Wahlsystem», wonach jede Gemeinde einen Wahlkreis bilden würde und in diesem das Majorz-Verfahren gälte, wurde mit 16'863 Ja-Stimmen gegen 21'211 Nein-Stimmen abgelehnt (44,3 gegen 55,7 Prozent).

Ja zum Gegenvorschlag

Der Gegenvorschlag «Kantonsproporz mit Sitzgarantie» von Regierung und Parlament wurde hingegen mit 18'608 gegen 16'142 Stimmen angenommen (53,5 gegen 46,5 Prozent). Der Gegenvorschlag  basiert auf der Berechnungsmethode «Doppelter Pukelsheim», die bereits in Zürich, Schaffhausen, Aargau, Nidwalden und Zug gilt.

Der Gegenvorschlag sieht vor, dass die in den Gemeinden für eine Partei abgegebenen Stimmen erst für den ganzen Kanton zusammengezählt werden. Dann werden die Parlamentssitze den Parteien entsprechend der Wählerstärke im ganzen Kanton zugeteilt. Jeder Gemeinde steht auch bei diesem Vorschlag mindestens ein Sitz zu.

Auch in der Stichfrage gaben die Stimmberechtigten dem Gegenvorschlag den Vorzug (55,1 gegen 44,9 Prozent).

sda/bac

 

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Leserkommentare
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 08.03.2015 16:27

    Macht euch keine Sorgen, rechtsbürgerlich denkende Schwyzer/innen. Die SVP Nidwalden ist trotz des Puckelsheim wählerstärkste Partei geblieben.

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