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Schwyz will Ruag-Schliessung verhindern

BRUNNEN ⋅ Die Schwyzer Regierung will, dass der Technologiekonzern Ruag auf ihren Schliessungsentscheid zurückkommt. Für den Kanton ist der Entscheid, in Brunnen 110 Stellen aufzuheben, «nicht nachvollziehbar».

Lediglich zwei Tage vor Bekanntmachung sei sie «völlig unvorbereitet» von der Ruag über den Entscheid informiert worden, den Standort Brunnen zu schliessen, schreibt die Schwyzer Regierung in einer am Donnerstag veröffentlichen Antwort auf eine Kleine Anfrage. Entsprechend enttäuscht und empört sei sie über dieses Vorgehen.

Dies vor allem deshalb, weil die Gemeinde Ingenbohl und der Kanton während der vergangenen zwei Jahre eng und intensiv mit der Ruag zusammengearbeitet hätten, schreibt die Schwyzer Regierung in der Antwort auf die Kleine Anfrage von Kantonsrat Leo Camenzind (SP).

Kehrtwende trotz Projekt

Nach langen Verhandlungen liege nämlich ein «überzeugendes Bauprojekt mit grossem Expansionspotenzial in Brunnen Nord» vor. Ein Vorvertrag zwischen der Ruag und der Gemeinde Ingenbohl sei bereits erarbeitet worden.

«Es ist deshalb für den Regierungsrat wie auch für den Gemeinderat Ingenbohl nicht nachvollziehbar, weshalb die Ruag in einem laufenden Prozess, ohne vorgängige Information, diese überraschende Kehrtwende vollzogen hat», hält die Regierung fest.

Der Technologie- und Rüstungskonzert Ruag hatte Ende Januar bekanntgegeben, dass er die drei Standorte Brunnen, Hombrechtikonund Mägenwil schliessen werde. Die rund 110 Arbeitsplätze in Brunnen sollen überwiegend nach Zürich und Thun verteilt werden.

Widerspruch

Für die Schwyzer Regierung ist es zwar klar, dass die Bundesbetriebe nach betriebswirtschaftlichen Kriterien geführt werden müssen. Nicht einsichtig sei für ihn, weshalb die Konzentration in den Zentren Zürich und Thun zu erfolgen habe, schreibt sie.

Es sei widersprüchlich, dass der Kanton Schwyz Bundes- und Kantonsmittel für die Regionalpolitik einsetze, um damit seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, während der Bund gleichzeitig seine Betriebe aus diesem Gebiet abziehe.

Der Regierungsrat gelangte deshalb mit einem Schreiben an den Bundesrat. Darin verlangt er eine baldige Aussprache. Überdies forderte er die Geschäftsleitung der Ruag schriftlich auf, aufzuzeigen, weshalb Brunnen Nord als Hauptstandort der Ruag in der neuen Firmenstruktur verworfen worden sei.

sda/rem

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