Keine Nachtzüge im Kanton Schwyz

SCHWYZ ⋅ Nachtangebote seien kostenintensive Angebote und würden nicht der Grunderschliessung dienen, ist die Schwyzer Regierung überzeugt. Sie lehnt ein SP-Postulat ab, das die Prüfung von stündlichen S-Bahn-Verbindungen bis 4 Uhr morgens verlangt.

Der Regierungsrat sieht es nicht als Aufgabe des Staates, "das Ausgehverhalten der Bürger zu unterstützen", schreibt er in einer am Donnerstag publizierten Antwort auf ein Postulat von Kantonsrat Luka Markic (SP).

Dieser wollte die Regierung beauftragen, in Zusammenarbeit mit den SBB, der SOB, den Nachbarkantonen, Gemeinden, Bezirken und Tarifverbunde die Möglichkeit zu prüfen, ob im Kanton Schwyz stündliche S-Bahn-Verbindungen bis 4 Uhr morgens eingeführt werden könnten.

Das Angebot sei für die Nächte von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag sowie an den Feiertagen vorzusehen, heisst es im Postulat. Auch Nachtbusse sollen geprüft werden.

Wochenende für Wochenende sei es das gleiche Ärgernis, ab Mitternacht gebe es fast keine Möglichkeiten für Jugendliche und Erwachsene von Zürich oder Luzern aus mit dem öffentlichen Verkehr nach Hause in den Kanton Schwyz zu fahren, schreibt der SP-Kantonsrat. Davon betroffen seien vor allem Ortschaften, die nicht an einer Hauptverkehrsachse liegen würden.

Für die Regierung aber ist dieses Anliegen vor allem auch zu teuer. Im Rahmen des Entlastungsprogramms überprüfte sie sämtliche Linien auf Sparpotenzial und definierte ein Sparszenario. Demnach könne der Kanton kein Nachtangebot mitfinanzieren, allfällige Angebote seien durch Dritte zu finanzieren, schreibt sie und lehnt das Postulat ab.

Bahnshuttle soll Türen in Lachen öffnen

Mehr Gehör hingegen erhält das Anliegen von Kantonsrätin Karin Schwiter (SP). In einem Postulat verlangt sie, dass der Märchler Bahnshuttle seine Türen auch in Lachen öffnen soll. Denn bis die geplante Überholspur im Raum Siebnen gebaut ist, kann die zwischen Zürich und Ziegelbrücke verkehrende S-Bahn an beiden Schwyzer Bahnhöfen nicht mehr halten.

Als Ersatzzug fährt zwischen Ziegelbrücke und Siebnen-Wangen in der Übergangsphase ein Bahnshuttle. Nachdem dieser die Passagiere in Siebnen-Wangen ausgeladen habe, fahre er jeweils leer weiter nach Lachen, wo er rund ein Viertelstunde auf Gleis 1 stehe, bevor er wieder nach Siebnen-Wangen zurückfahre, heisst es.

Die Regierung wird im Postulat aufgefordert, eine Lösung zu finden, dass der Bahnshuttle künftig nicht mehr leer nach Lachen fahren muss. Die Regierung unterstützt das Anliegen und beantragt dem Parlament, das Postulat für erheblich zu erklären. (sda)


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