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Tödliche Messerstiche: Gericht bestätigt Freispruch

SCHWYZ ⋅ Das Kantonsgericht hat den Mann, der 2011 in Seewen den Gatten seiner Ex-Geliebten mit einem Messer tödlich verletzt hatte, freigesprochen. Der Mann sei zur Notwehr berechtigt gewesen.

Der Fall hatte 2011 für Aufsehen gesorgt, weil das Opfer nach einer tätlichen Auseinandersetzung schwer verletzt mit dem Auto davon und in eine Mauer gefahren war. Es starb Stunden später in einem Zürcher Spital an den Folgen der starken, durch sechs bis acht Zentimeter lange Messerstiche verursachte Blutungen im Bauch.

Der Beschuldigte war am 18. März zu später Stunde nach Hause zurückgekehrt und hatte bemerkt, dass sich vor dem Haus der Gatte seiner Ex-Geliebten aufhielt. Weil dieser als aggressiv galt und in bereits bedroht hatte, holte er im Auto ein Messer. In der Folge kam es zu einer tätlichen Auseinandersetzung mit tödlichem Ausgang.

Im Juni 2014 war das Strafgericht zum Schluss gekommen, dass der Beschuldigte, obwohl er den Tod seines Widersachers in Kauf genommen habe, freizusprechen sei. Seine "unangemessene Reaktion" mit dem Messer sei "ein entschuldbarer Notwehrexzess" gewesen. Die Staatsanwältin hingegen sagte, der Beschuldigte habe weder verhältnismässig noch entschuldbar gehandelt.

Kantonsgericht: "Angemessene Reaktion"

Mit dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil zum Berufungsprozess vom Dienstag folgte das Kantonsgericht dem Urteil der Vorinstanz. Es befand zwar, dass der Beschuldigte, als er zum Messer Griff, in Kauf nahm, seinen Kontrahenten im Tumult der Auseinandersetzung tödlich zu verletzen. "Der Beschuldigte war aber zur Notwehr berechtigt", teilte das Kantonsgericht mit.

Im Unterschied zur Vorinstanz befand die Berufungsinstanz, dass der Beschuldigte den Angriff angesichts der gesamten Umstände "angemessen abgewehrt" habe. Der Vorfall habe sich innerhalb kürzester Zeit mit grosser Dynamik abgespielt.

Zudem sei der Beschuldigte kurz vor Mitternacht unerwartet vor seinem Wohnhaus angegriffen und vom Angreifer wenige Tage zuvor mit dem Tod bedroht worden, schreibt das Kantonsgericht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann ans Bundesgericht weitergezogen werden. (sda)

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