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Auf Gedeih und Verderb mit Uri verbunden

ALTDORF ⋅ Der Dokumentarfilm «Danioth - der Teufelsmaler» von Felice Zenoni erzählt das Leben des Urner Malers und Schriftstellers Heinrich Danioth (1896-1953). Briefe, Tagebücher, Fotos, Filme, vor allem aber die Zeugnisse seiner beiden Töchter zeichnen ein intimes Porträt.

Immer wieder fährt die Kamera über wunderbare Landschaften - über rauschende Bäche, Seen, satte Wiesen, Täler, schroffe Berge - und macht so deutlich, dass das Urnerland für Heinrich Danioth lebenswichtig war. Er fühle sich «einem Pakt» verbunden, den er «auf Gedeih und Verderben mit Menschen und Landschaft seiner engeren Heimat» eingegangen sei, schrieb er 1948 in einem Beitrag der Zeitschrift «Das Werk».

Filmemacher Felice Zenoni gibt in der Serie «Making Of» Einblicke in die Entstehung des Films «Danioth – der Teufelsmaler». Am 14. Januar 2015 wird der Film in Altdorf uraufgeführt. Ab dem 15. Januar läuft er dann in den Schweizer Kinos.

Prägender Vater-Sohn-Konflikt

Heinrich Danioth kam am 1. Mai 1896 in Altdorf zur Welt. Mit der Geburt setzt der Film ein und erzählt in vorwiegend chronologischer Reihenfolge von Wirkungsorten, künstlerischen Ereignissen und Beziehungen, von seinem zeichnerischen Engagement gegen den Nationalsozialismus, von Freundschaften und familiären Vorkommnissen.

Prägend war das überaus schlechte Verhältnis des Malers zu seinem Vater, wie die beiden Töchter Madeleine und Cilli Danioth berichten. In seinem Tagebuch, aus dem Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart immer wieder Auszüge liest, beklagt Danioth die «geistige Unfreiheit», die von seinem Vater ausgegangen sei. Dieser entzog er sich mit 16 Jahren, schmiss die Schule und begann ein Kunstpraktikum in Basel.

Zusammen mit den beiden Frauen folgt Felice Zenoni Danioths Spur. Er filmt im Maderanertal, in der Schöllenenschlucht, wo Danioths Teufelsbild entsteht, in Rom, wo sich der Künstler in seinem Tagebuch schwärmerisch über die Schönheit der dortigen Frauen äussert, in Karlsruhe, auf dem Klausenpass, in Altdorf und Flüelen.

Vielfalt der Perspektiven

Seine Szenen ergänzt der Regisseur mit Archivfilmen und historischen Fotografien. Zu Wort kommen auch Experten, insbesondere der Kunsthistoriker Beat Stutzer, der Danioths expressionistisches Frühwerk würdigt oder aber sein Wandbild «Fundamentum» am Bundesbriefmuseum in Schwyz kommentiert.

Das Mikrofon leiht Zenoni schliesslich Menschen, die sich mit dem 1953 verstorbenen Danioth auf die eine oder andere Art persönlich verbunden fühlen. Dank dieser Quellenvielfalt gelingt es dem Film, die Facetten des schillernden Menschen und Künstlers Heinrich Danioth auf unterhaltsame Art auszuleuchten. Und möglicherweise kann das Porträt gar dazu beitragen, den in Vergessenheit geratenen Künstler über das Urnerland hinaus in Erinnerung zu rufen.

Hinweis: Welturaufführung am 14. Januar um 20.15 im Kino Leuzinger in Altdorf in Anwesenheit des Regisseurs. Ab dem 15. Januar in verschiedenen Schweizer Kinos.

Der Dokumentarfilm «Danioth - der Teufelsmaler» von Felice Zenoni erzählt das Leben des Urner Malers und Schriftstellers Heinrich Danioth (1896-1953). Briefe, Tagebücher, Fotos, Filme, vor allem aber die Zeugnisse seiner beiden Töchter zeichnen ein intimes Porträt. Kinostart ist am 15. Januar 2015. (Youtube, 08.01.2015)

Karl Wüst, sda

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