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Private sollen zweite Gotthardröhre finanzieren

Ein zweiter Strassentunnel durch den Gotthard könnte gemäss einer Studie von Economiesuisse vollständig privat finanziert und betrieben werden. Jeder Autofahrer müsste 21 Franken Tunnelgebühr bezahlen, so eine Studie.

Der bestehende Gotthardstrassentunnel muss bis 2025, spätestens aber bis 2035 saniert werden. Dazu sind je nach Variante eine Vollsperrung während 900 Tagen oder eine teilweise Sperrung während dreieinhalb Jahren notwendig.

In jedem Fall wäre die Sanierung mit erheblichen Einschränkungen für die Gotthardkantone und mit hohen Kosten für die öffentliche Hand verbunden, heisst es in der am Montag veröffentlichten Studie für ein Public-Private-Partnership-Modell (PPP) am Gotthard, die vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse in Auftrag gegeben wurde.

2 Milliarden Franken teuer

Um ein «möglichst praxisnahes Modell» zu erstellen, wurden auch die UBS, die Revisionsgesellschaft KPMG, die Baukonzerne Implenia und Marti sowie die Verbände Infra, TCS und strasseschweiz in die Projektarbeit einbezogen.

Die Studie geht davon aus, dass eine private Gesellschaft den zweiten Gotthardtunnel finanziert und baut. Dabei wird analog zum Bundesrat von Kosten von etwas über 2 Milliarden Franken ausgegangen. Als mögliche Investoren werden Pensionskassen, Firmen und Fonds genannt.

Nach Abschluss der Bauarbeiten der zweiten Röhre würde die Gesellschaft die Sanierung der bestehenden Röhre übernehmen und während der Sanierungszeit die neu gebaute Röhre zweispurig betreiben.

PKW: 21 Franken

Danach würden beide Tunnels während 50 Jahren je einspurig betrieben und unterhalten und gingen dann kostenlos an den Staat über. Dazu sind gemäss der Studie Eigenkapital von 370 Millionen Franken und Fremdkapital von 1,480 Milliarden Franken nötig.

Als Finanzierungsquelle wird in der Studie eine Tunnelgebühr vorgeschlagen. Pro Tunneldurchfahrt müsste jeder Autofahrer und jede Autofahrerin durchschnittlich 21 Franken bezahlen. Diese Gebühr wäre vor der Durchfahrt zu entrichten.

LKW: 81 bis 123 Franken

Beim Schwerverkehr müsste die öffentliche Hand eine «Schattengebühr» von 81 bis 123 Franken pro Durchfahrt an den Tunnelbetreiber bezahlen. Das Landverkehrsabkommen mit der EU lege die maximalen Kosten einer Transitfahrt durch die Schweiz fest und verhindere so eine direkte Erhebung einer Gebühr, heisst es in der Studie.

Weil der Bund kein Geld für die Sanierung des Tunnels ausgeben müsse, resultiere für ihn ein finanzieller Vorteil von rund 150 Millionen Franken, hält die Studie fest. Der Staat erhalte zudem eine hochwertige Infrastruktur, die im Vergleich zu heute mehr Sicherheit und weniger Stau bringe.

sda/rem

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Leserkommentare
  • geschrieben am 20.02.2012 16:24

    Einige wollen die Schweizer Autobahnvignette auf 100 Franken erhöhen.
    Wer 220 Arbeitstage nach Bellinzona arbeiten geht, müsste 220 x 21 Fr x 2 zahlen = 9240 Franken bezahlen . Die Ferienhausbesitzer die 52 Wochenende im Jahr ins Tessin fahren = 52 x 21 Fr. x 2 = 2184 Fr. Und ich der 4 mal Richtung Süden fährt 168 Franken.
    Das Einkassieren gebe zuviel Stau und die Kassen stellen brauchen zu viel Platz.
    Die beste Lösung ist vom Benzin Zoll und Zuschlag und die Autobahnvignette auf 60 Franken erhöhen.Wenn man vor 2 Jahren angefangen hätte den Tunnel zu bauen, könnte man die Maschinen der Neat ect.weiter gebrauchen und die Arbeiter nicht nach Hause schicken und es gäbe weniger Arbeitslose.
    Auch Militärisch ist der Autobahngotthardtunnel wichtig.
    Gut, in 200 Jahren hat es sowieso kein Benzin mehr und wir sitzen imWinter in der kalten Wohnung.

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