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Protest gegen Entlassung des Urner Pfarrers

VERBAND ⋅ Kritik an zwei Personalentscheiden in der Katholischen Kirche: Die Allianz «Es reicht!», der ein gutes Dutzend katholische Verbände angehören, protestiert gegen die Versetzung eines Urner Pfarrers und die Entlassung des Sprechers der Schweizer Bischofskonferenz (SBK).

In Bürglen muss der katholische Pfarrer auf Geheiss des Bistums Chur den Dienst quittieren, weil er ein lesbisches Paar gesegnet hat. Ein Seelsorger, der sich gegen Diskriminierung und Stigmatisierung durch die Kirche ausgesprochen habe, werde strafversetzt, schrieb die Allianz dazu.

Sie will in aller Form protestieren gegen strukturelle und pastorale Entscheide, die Menschen nur deshalb ausgrenzen, weil ihre Meinung von den Vorstellungen eines Lehramtes abweicht, wie sie festhielt.

Mit SBK-Sprecher Simon Spengler sei nicht einfach ein Sprecher, sondern auch ein profilierter Denker und Theologe entlassen worden, schrieb die Allianz in einer Mitteilung vom Montag. Spengler habe wichtige und auch unliebsame Fragen gestellt. Die SBK begründete den Schritt mit einer Neuregelung der Aufgabenbereiche.

Protestieren will die Allianz auch gegen Verantwortungsträger innerhalb der Kirche, die zu den Vorfällen schwiegen und damit die «beschämenden Entscheide mittragen» würden. Am Wochenende wurde bekannt, dass im Zusammenhang mit der Kündigung des SBK-Sprechers zwei Mitglieder der SBK-Medienkommission zurücktreten wollen.

Auf Twitter unterstützten zahlreiche User Pfarrer Wendelin Bucheli.

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Leserkommentare (3)
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    geschrieben am 10.02.2015 00:28

    Eventuell könnte sich der Pfarrer hier in Giswil anmelden. Aber das wäre dann auch wieder Bistum Chur. Unser neuer deutsche protestantische Pfarrer aus dem Urnerland, der sich auf katholisch umschulen liess, darf hier nicht einmal eine Beichte abnehmen.

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    geschrieben am 09.02.2015 18:07

    Der Kadermann des himmlischen Bodenpersonals handelt nicht im Sinn seines Chefs Jesus. Dieser hatte Erbarmen mit den Sündigen. Er verjagte sie nicht, sondern vergab ihnen. Er sagte zu einem Sünder einfach: Geh hin und sündige nicht mehr! Aber das Bistum Chur erfüllt seinen Auftrag mit unerbittlicher Härte. Hätte Bischof Huonder nicht einfach dem "sündigen" Pfarrer die gelbe Karte reichen können und ihn warnen, wenn er nochmals ein homosexuelles Paar segne, hätte das für ihn Konsequenzen? Nein, stattdessen jagt er ihn aus seinem Reich, seinem Bistum, wie einen armen Hund. Schade, dass die Urschweiz wieder einen offenen Geistlichen weniger hat. Ich wünsche dem Pfarrer vo Birgglä alles Gute und viel Kraft. Er soll sich wehren.

    Als geweihter Angestellter muss Pfarrer Wendelin Bucher die Hausordnung seiner Firma befolgen. Somit darf er keine homosexuellen Paare segnen. weil die katholische Kirche dies verbietet. Eine Rüge seines Chefs aus Chur ist daher berechtigt. Aber es ist je ein Witz, dass Wendelin sein Amt nicht mehr im Bistum Chur ausüben darf, in seinem angestammten Bistum aber schon. Tja, die katholische Kirche ist eben keine Demokratie. Hier befielt der Chef und das Kirchenvolk hat nichts zu sagen, darf aber Kirchensteuern bezahlen. 2015 Jahre nach deren Gründung sollte auch in dieser Hinsicht eine Reform stattfinden, das Volk mitreden und das himmlische Bodenpersonal nach demokratischer Gepflogenheit wählen, sowie auch in Sachen Hausordnung ein Wort mitreden dürfen, mit Ausnahme der drei wichtigsten Elemente der Eucharistiefeier.

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    geschrieben am 09.02.2015 20:44
    als Antwort auf das Posting von Marlene Zelger, Stans am 09.02.2015 18:07

    Sie nennen den Pfarrer in Ihrem ersten Satz einen Sündigen. Mit Herrn Huonder sind Sie aber auch nicht einverstanden. Sie massen sich also ein Urteil an, das Ihnen meines Erachtens genauso wenig zusteht wie Herrn Huonder. Irgendwie ein wenig hypokrit.

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