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So rüstet sich der Kanton Uri für den Ernstfall

HOCHWASSERSCHUTZ ⋅ Nach dem verheerenden Hochwasser von 2005 hat der Kanton Uri viel Geld in den Hochwasserschutz investiert. 82 Prozent des rund 160 Millionen Franken teuren Schutzprogramms wurden bisher umgesetzt.

Die Sicherheit der Bevölkerung und der Industriegebiete gegen Hochwasserkatastrophen habe sich durch die Massnahmen deutlich verbessert, teilten die Urner Sicherheits- und die Baudirektion am Mittwoch mit.

Insgesamt werden in Uri 160 Millionen Franken in den Hochwasserschutz investiert. Per Ende 2014 sind rund 82 Prozent des Hochwasserschutzprogramms umgesetzt. Ende 2016 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Verbauungen gegen Hochwasser

Die Verbauungen am Fluss Schächen, an der Reuss und an diverse Zubringerflüssen sollen besiedelte Gebiete gegen Hochwasser, wie sie statistisch gesehen nur einmal in hundert Jahren vorkommen, schützen. Für Industriegebiete im Urner Talboden soll der Schutz gar gegen dreihundertjährige Hochwasser gelten. Gemäss Zielvorgaben hat der Kanton Vorkehrungen getroffen, um das Ausmass der Schäden in Grenzen zu halten, sollte der Ernstfall je wieder eintreten.

Neben den Schutzbauten wurde laut Mitteilung auch die Notfallorganisation verbessert. Ein neues Meldeschema zeigt anhand von fünf Gefahrenstufen die Zuständigkeiten der Rettungskräfte, Gemeinden, kantonalen Fachstellen sowie des kantonalen Führungsstabs (siehe Box). Zudem wurde für das ganze Jahr über ein 24-Stunden-Pikettdienst eingerichtet.

Im August 2005 war der Fluss Schächen über die Ufer getreten und hat im Urner Talboden breite Verwüstung angerichtet. Fast das ganze dortige Industriegebiet stand unter Wasser. Ein Fünftel der Arbeitsplätze im Gebiet war betroffen. Zudem kamen zahlreiche private Haushalte zu Schaden. 

5 Gefahrenstufen - 5 Reaktionen

  • Gefahrenstufe 1 bis 3 liegen in der Zuständigkeit der Gemeinden (Feuerwehr und Gemeindeführungsstab). Übersteigt das Ereignis die Kapazitäten der Gemeinden, können sie die Gefahrenstufe 4 beantragen.
  • Ab Stufe 4 werden die kantonalen Fachstellen zugezogen. Sie übernehmen die operative Leitung. Bei Stufe 4 ist das Ausmass des Ereignisses regional, das heisst, dass mehrere Gemeinden betroffen sind. Die rasche Konzentration der verfügbaren Rettungsmittel hat eine hohe Priorität.
  • Wird die Gefahrenstufe 5 einberufen, übernimmt der Kantonale Führungsstab die operative Leitung. Dies ist bei Ereignissen der Fall, die kantonale Ausmasse haben und einen hohen Grad an Koordination innerhalb des Kantons und auch über die Kantonsgrenzen hinaus verlangen. In Stufe 5 könnten beispielsweise die überregionalen Verkehrsverbindungen unterbrochen sein oder die Armee muss zur Hilfestellung aufgeboten werden.

pd/rem/sda

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Leserkommentare
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 23.04.2015 04:56

    Hätte man in früheren Jahren nicht so viel begradigt, wäre das nicht nötig. Aber eben...Geld geht vor Sicherheit.

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