Uri eilt bei Notfällen im Gotthard zu Hilfe

GOTTHARD ⋅ Bei einem Notfall im Nordteil des Gotthard-Basistunnels sollen Rettungskräfte aus Uri der SBB zu Hilfe eilen. Uri benötigt mehr Rettungsleute, erhält dafür aber von der SBB jährlich 1,1 Millionen Franken.

Ende 2016 soll der 57 Kilometer lange Gotthard-Basistunnel in Betrieb gehen. Damit das Bundesamt für Verkehr die Bewilligung erteilt, müssen die Betreiber für Notfälle gewappnet sein.

Die SBB und die Kantone Uri, Tessin und Graubünden hatten in den letzten zwei Jahren ein Interventionskonzept erarbeitet. Bei Notfällen ist der Kanton Tessin von Süden her für die eine 28 Kilometer lange Tunnelhälfte verantwortlich, im Norden der Kanton Uri für die andere.

Die Urner Regierung und die SBB haben dem Notfallplan und den entsprechenden Vereinbarungen zugestimmt, wie der Regierungsrat am Donnerstag bekanntgab. Das Kantonsparlament entscheidet am 18. Juni 2014 über die Kooperation.

Erste Equipe rückt innert 15 Minuten an

Müssen bei einem Notfall zwischen dem Bahnhof Altdorf und dem Tunnelabschnitt Graubünden Zugpassagiere gerettet werden, sollen neben der Betriebswehr der SBB die Urner Chemiewehr, Feuerwehren aus Erstfeld und Silenen sowie Rettungsleute des Kantonsspitals Uri zum Einsatz kommen.

Nach einem Alarm muss in einer ersten Phase innert 15 Minuten eine 17-köpfige Rettungsequipe zur Stelle sein. Bei einem Grossereignis sollen auch Feuerwehrleute aus Schwyz, Sarnen OW, Luzern, Emmen LU und Zug anrücken.

Die Chemiewehr Uri muss ihren Bestand von heute rund 50 auf neu bis 70 Angehörige erhöhen. Zudem wird sie teilweise professionalisiert und für Tunnelrettungen zusätzlich ausgerüstet.

Das Kantonsspital in Altdorf stellt für eine erhöhte Einsatzbereitschaft von einem Pikettdienst auf Schichtbetrieb um. Auch dafür ist zusätzliches Personal nötig.

Ausbildungszeit bis zur Eröffnung knapp

Um für den Notfall parat zu sein, müssen die Einsatzkräfte teilweise umgerüstet und zusätzlich ausgebildet werden. Die Zeit dafür bis zur Eröffnung des Tunnels Ende 2016 ist allerdings knapp, wie aus dem Interventionskonzept hervorgeht. Mit der Grundausbildung der Rettungsleute müsse schon Anfang Mai 2014 begonnen werden.

Die Kosten, die dem Kanton Uri entstehen, sollen von der SBB gedeckt werden. Die SBB entschädigen den Kanton Uri in der Betriebsphase des Tunnels ab 1. Juni 2016 für die erhöhte Einsatzbereitschaft der Rettungskräfte mit rund 950'000 Franken pro Jahr. Überdies erhält Uri für den Zusatzaufwand des Kantonsspitals jährlich pauschal 150'000 Franken.

Daneben wollen die SBB und Uri auch die Entschädigungen für die Vorbereitungs-, Schulungs- und Aufbauphase zwischen April 2014 und Ende Mai 2016 regeln. Ernstfalleinsätze sollen zusätzlich abgegolten werden.

Hallen für Rettungszüge im Bau

Teil des Notfallplans sind auch zwei Lösch- und Rettungszüge der SBB. Unter anderem für diese wird derzeit in Erstfeld UR und Biasca TI je ein Erhaltungs- und Interventionszentrum (EIZ) gebaut. Von diesen aus sollen im Ernstfall die Rettungszüge in den Tunnel fahren.

Die Züge sollen in der zweiten Hälfte 2014 ausgeliefert werden und ab Mitte 2015 betriebsbereit sein.

Von den EIZ aus sollen zudem regelmässige Unterhaltsarbeiten im Tunnel gesteuert und durchgeführt werden. Realisiert werden je eine Halle für den Lösch- und Rettungszug, ein Terminal, eine Werkhalle sowie Lagergebäude.

Das EIZ in Biasca kostet gemäss SBB 68 Millionen Franken, jenes in Erstfeld 53 Millionen. Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2015 dauern. Die SBB wollen mit dem EIZ in Erstfeld und Biasca je rund 60 neue Stellen schaffen.

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Am 1. Juni 2016 wird der Gotthard-Basistunnels eröffnet. Die Online-Redaktion blickt zurück und lässt den Bau des 57 Kilometer langen Tunnels Revue passieren.

sda


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