Urner Jäger sollen nicht für Wolf-Schäden zahlen müssen

GROSSRAUBTIERE ⋅ Im Kanton Uri sollen Schäden, die Grossraubtiere wie Wolf, Luchs oder Bär verursachen, nicht mehr durch die rund 600 Jäger im Kanton mitfinanziert werden. Der Regierungsrat schlägt vor, dass dafür künftig allein die allgemeine Staatskasse aufkommt.

Der Regierungsrat befürwortet damit die Forderung einer Parlamentarischen Empfehlung von Max Baumann (SVP). Die Regierung will das Wildschadenreglement von 1995 entsprechend anpassen, wie sie in der am Dienstag veröffentlichten Antwort auf den Vorstoss schreibt.

In Uri erhalten Bauern bei Schäden an ihren Nutztieren Entschädigungen aus dem Wildschadenfonds. Dieser wird zu einem grossen Teil durch die Jäger über Patent- und Abschussgebühren geäufnet. Durch Grossraubtiere verursachte Schäden werden zu 80 Prozent vom Bund abgegolten. Die restlichen 20 Prozent vergütet Uri aus dem Fonds.

Landrat Max Baumann kritisiert, dass die vermehrte Anwesenheit von Wölfen und Luchsen den Wildschadenfonds erheblich belaste. Dabei bemängelt er, dass für die Schäden von Grossraubtieren die Jäger aufkommen würden, obschon die Tiere gar nicht gejagt werden dürften.

2015 vergütete der Fonds Schäden in der Höhe von total 52'000 Franken. Fast die Hälfte oder knapp 25'000 Franken wurden durch Grossraubtiere verursacht. In den vergangenen fünf Jahren lag dieser Betrag im Schnitt noch bei 7300 Franken.

Der Wildschadenfonds sei ein einer Zeit errichtet worden, in der Schäden durch Grossraubtiere noch kein Thema gewesen seien, schreibt der Regierungsrat. Er räumt ein, dass für den Jäger beim Grossraubtier im Gegensatz zu den jagdbaren Tierarten kein jagdlicher Nutzen besteht. Daher sollten nach Meinung der Regierung Schäden durch Grossraubtier nicht mehr in erster Linie durch Patent- und Abschussgebühren gedeckt werden. (sda)


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