Regierung will Buch zur Kantonsgeschichte herausgeben

WISSENSCHAFT ⋅ Die Geschichte des Kantons Uri soll in einem gut lesbaren Buch neu erzählt werden. Die Regierung beantragt dem Parlament für die Aufarbeitung der Kantonsgeschichte 725'000 Franken. Die Arbeit zum 3-Millionen-Forschungsprojekt soll 2017 starten und acht Jahre dauern.

Der Urner Regierungsrat befasst sich seit einigen Jahren mit der Idee für ein neues Buch zur Kantonsgeschichte. 2009 gab er Abklärungen in Auftrag, seit 2012 liegt eine Projektstudie vor. Nun verabschiedete der Regierungsrat einen entsprechenden Antrag ans Parlament, wie er am Dienstag mitteilte.

2,9 Millionen Franken für Buchprojekt

Das Projekt "Kantonsgeschichte Uri 2025" soll Anfang 2017 starten. Geplant sind fünf Bände mit total 1250 Seiten. Als Herausgeber zeichnen der Regierungsrat sowie der Historische Verein Uri. Geplant ist ein Werk mit universitärer Anbindung mehrerer Autoren, die jeweils Beiträge aus ihrem historischen Spezialgebiet beisteuern.

Die geschätzten Kosten für das Projekt belaufen sich auf 2,9 Millionen Franken. Rund die Hälfte davon will die Regierung mit Lotteriegeldern decken. 725'000 Franken sollen aus Kantonsgeldern aufgewendet werden. Hinzu kommen 550'000 Franken an geplanten Sponsorengeldern. Der Verkauf von geplanten 1500 Exemplaren soll 225'000 Franken einbringen. Die fünf Bände sollen gegen 150 Franken kosten.

In Uri ist erst Mitte November 2015 ein neues Buch zur Kantonsgeschichte erschienen. Es handelt sich um den zweiten und letzten Band der "Geschichte des Landes Uri", der die Zeit vom 16. bis 20. Jahrhundert behandelt. Autor ist der einheimische Historiker Hans Stadler-Planzer.

Neues Buch wird kein Lexikon

Für die Urner Regierung gibt es allerdings keine umfassende, wissenschaftlich breit abgestützte Kantonsgeschichte. Der Regierungsrat bezeichnet eine historische Gesamtdarstellung des Kantons als wichtige staats- und bildungspolitische Grundlage. Im neuen Werk, das für eine breite Öffentlichkeit gut lesbar und verständlich sein soll, sollen neue Forschungsergebnisse aufgenommen und ein Teil der Wissenslücken gefüllt werden.

Geplant ist kein Lexikon. Die neue Kantonsgeschichte behandelt gemäss Konzept die Epochen Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit und Moderne. Dabei beleuchtet sie jeweils die Dimensionen Wirtschaft, Herrschaft und Gesellschaft sowie Kultur. Jedem Band soll zudem ein Thema zugrunde liegen. Geplant sind die Bereiche Natur, Erschliessung und Territorium, Herrschaft, Revolutionen sowie Selbstbehauptung.

sda


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