20'000 gegen «Strafversetzung» des Pfarrers

BÜRGLEN ⋅ Die Katholiken von Bürglen wollen «ihren Pfarrer» behalten: Bereits über 20'000 Personen haben eine Online-Bürgerpetition unterschrieben, die eine «Strafversetzung» von Pfarrer Wendelin Bucheli verhindern will.

13. Februar 2015, 06:43

Die Initianten der Petition teilten am Donnerstag mit, dass sie die Segnung des lesbischen Paares als einen Akt grossen Mutes und Nächstenliebe sehen würden. Die Segnung im vergangenen Oktober hatte eine heftige Reaktion der Kirchenoberen ausgelöst, weil in deren Augen die Segnung der katholischen Lehre widerspricht.

Der Bischof von Chur, Vitus Huonder, forderte den Pfarrer Wendelin Bucheli zur Demission auf. Huonder einigte sich mit dem Bischof von Lausanne-Genf-Freiburg darauf, dass Bucheli in das Westschweizer Bistum zurückgerufen werden sollte, in dem dieser zum Pfarrer geweiht worden war.

Pfarrer Bucheli sagte am Mittwoch in einem Interview mit der «Neuen Urner Zeitung», er habe so gehandelt, wie er das Evangelium verstehe. Die beiden Frauen gehörten zu seiner Pfarrei, und sie seien verwundet. Es sei nicht einfach für einen Menschen, wenn er erkennen müsse, dass er gleichgeschlechtlich veranlagt sei.

Bucheli sagte im Interview, er habe nicht mit einer so heftigen Reaktion gerechnet. «Ich habe die besagte Segnung vorgenommen, nachdem ich die Anfrage vor Gott geprüft hatte», sagte er. Dabei habe er sich auch von erfahrenen Seelsorgern beraten lassen.

Er liess mitteilen, dass er die geforderte Demission nicht einreichen werde. Der Kirchenrat von Bürglen und die politische Gemeinde unterstützen den Pfarrer. Die Katholiken von Bürglen wollen «ihren Pfarrer» behalten.

Die Initianten der Bürgerpetition schreiben weiter, Bischof Huonder müsse jetzt auch mutig sein und dem Aufruf der über 20'000 Schweizer folgen, Wendelin Bucheli doch seinen Segen zu geben, in Bürglen zu bleiben.

sda/rem


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