Amtsentschädigung der Exekutive ist nun klar geregelt

KANTON URI ⋅ Die «Regierung» der Römisch-katholischen Landeskirche Uri hat einen neuen Chef und drei neue Mitglieder. Die Delegierten genehmigten einstimmig eine Erhöhung der Amtsentschädigung.

24. November 2016, 05:00

Die Amtsentschädigung für die fünf Mitglieder des Kleinen Landeskirchenrats der Römisch-katholischen Landeskirche Uri (Exekutive) war bisher nicht geregelt – im Gegensatz zu derjenigen des Grossen Landeskirchenrats (Legislative). Dessen Entlöhnung richtet sich nach der Nebenamtsverordnung des Kantons (ganz­tägige Sitzung: 118 Franken; ­halbtägige Sitzung: 78 Franken; ­Zu­lage für Präsident und Protokollführer: 78 Franken).

Bisher hat der Grosse Landeskirchenrat die Entschädigung für die Mitglieder des Kleinen Landeskirchenrats indirekt jeweils über das Budget festgelegt. Nach gängiger Praxis sind dies aktuell 8000 Franken für Sitzungs- und Tagesgelder sowie 5500 Franken für Amtsentschädigungen.

Kleiner Landeskirchenrat erhält etwas mehr Lohn

Nicht geregelt war bisher die Verteilung der Pauschale auf die einzelnen Mitglieder. Gestern genehmigten die Vertreter der Kirchgemeinden bei einer Stimmenthaltung eine Änderung der Geschäftsordnung des Kleinen Landeskirchenrats. Neu wird der «Regierung» neben den Sitzgeldern (gemäss Nebenamtsverordnung des Kantons) eine Grundentschädigung von 5000 Franken für das Präsidium (bisherige Praxis: 3000 Franken), von 3000 (1000) Franken für die Verwaltung und von 1000 (500) Franken für die übrigen Mitglieder ausgerichtet. In der Jahresrechnung der Landeskirche wird sich dies mit zusätzlichen Ausgaben von 5500 Franken bemerkbar machen. Die Entschädigungen der Behörden der Urner Landeskirche liegt aber trotz der beschlossenen Erhöhung weiterhin bedeutend tiefer als diejenige anderer Innerschweizer Kantone.

Budget 2017 wird einstimmig genehmigt

Einstimmig genehmigt wurde gestern auch der Voranschlag der Römisch-katholischen Landeskirche Uri (siehe auch UZ vom 14. November). Der Aufwand beläuft sich auf rund 1,26 Millionen Franken. Allein rund 476 000 Franken macht der innerkantonale Finanzausgleich aus. Für die Katechese werden 220 000 Franken verwendet, für die Jugendseelsorge 141 000 Franken. Rund 100 000 Franken fliessen an das bischöfliche Ordinariat. Ein grosser Teil davon kommt aber nicht direkt dem Bischof, sondern dem Generalvikariat Innerschweiz zugute. Die Einnahmen von 1,26 Millionen Franken setzen sich aus Beiträgen der einzelnen Gemeinden zusammen. Für 2017 sind dies pro Katholik 20.55 Franken. Hinzu kommen die fixen Kopfsteuern, die allerdings vollumfänglich für den Finanzausgleich verwendet werden.

Ende 2016 geht die zweijährige Amtsdauer des Kleinen Landeskirchenrats zu Ende. Präsident Stefan Fryberg, Altdorf, Verwalterin Frieda Biedermann, Altdorf, und Ernst Walker, Silenen, haben ihre Demission einge­reicht. Zum neuen Vorsitzenden wählten die Delegierten Vizepräsident Gunthard Orglmeis­ter, Flüelen. Paul Gisler, Schattdorf, wurde für eine weitere Amtsperiode bestätigt. Er soll Vizepräsident werden. Neu nehmen Pastoralassistentin Andrea Meyer, Gurtnellen (als Vertreterin des Dekanats) sowie Annarös Walker, Flüelen, als Verwalterin, und Alex Christen, Attinghausen, als Mitglied im Kleinen Landeskirchenrat Einsitz.

Die Kompetenzen des Landeskirchenrats klären

Nach längeren Verhandlungen haben alle Bistumskantone mit der Bistumsleitung eine Vereinbarung für eine «Diözesane Baukommission» abgeschlossen. Sie gilt vorerst einmal während vier Jahren. Diese verpflichtet die Kirchgemeinden dazu, bei Änderungen an Sakralbauten – zum Beispiel am Altar – das Bistum zu informieren. Andere Neuerungen – so etwa Sanierungsarbeiten am Dach oder eine Auffrischung der Gebäudehülle – sind indes unproblematisch. Stefan Fryberg riet den Kirchgemeinden, bei umfassenden Renovierungen beim Erstfelder Pfarrer Viktor Hürlimann nachzufragen, ob der Umbau problematisch sei oder nicht.

Stefan Fryberg erwähnte gestern zudem, dass öffentlich-rechtliche kirchliche Stiftungen in Uri künftig der Aufsicht des Bischofs von Chur unterstellt seien. «Bei uns sollte dies aber keine Probleme verursachen», betonte der Präsident des Kleinen Landeskirchenrats.

Für die nächsten Jahre wird es gemäss Fryberg wichtig sein, die grundsätzlichen rechtlichen Kompetenzen des Landeskirchenrats festzulegen. Im Moment sei es nämlich so, dass sich die Landeskirche oft im Graubereich bewege und keine echten Eingriffsmöglichkeiten habe.

Jessica Bamford


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