Anwohner und Vereine wehren sich

SCHATTDORF ⋅ Trotz tiefroter Zahlen heissen die Schattdorfer das Budget gut. Zu reden gaben die West-Ost-Verbindung und die Rüttistrasse. Auch die Baracken in der Kastelen waren ein Thema.

30. November 2016, 06:58

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

In Schattdorf wird fürs kommende Jahr im Budget ein grosses Defizit erwartet. Trotzdem wurden die Zahlen am Montagabend an der von 133 Personen besuchten offenen Dorfgemeinde klar gutgeheissen. Konkret heisst dies: Bei einem Aufwand von 17,023 Millionen Franken und einem Ertrag von 15,962 Millionen Franken erwartet die Gemeinde ein Defizit von 1,061 Millionen Franken. Das sei zwar hoch, aber verkraftbar, so Verwalter Fortunat von Planta. Zustimmung fand auch die Höhe des Steuerfusses. Dieser soll unverändert bei 91 Prozent bleiben; der Kapitalsteuersatz bei 0,01 Promille.

Im Budget enthalten ist ein Betrag von 120000 Franken für den geplanten Bikepark. 100000 Franken haben die Initianten beim Wettbewerb der Urner Kantonalbank zu deren 100-Jahr-Jubiläum gewonnen.

Keine Chance hatte SP-Landrat Alex Inderkum. Er hatte beantragt, im Budget 1000 Franken für die Umweltschutzkommission einzusetzen. Er sei irritiert, wenn man diese einfach abschaffen wolle. Sein Antrag wurde von der Versammlung klar abgelehnt.

Landerwerb steht demnächst zur Debatte

Max Horat stellte den Antrag, in der Kastelen für rund 100000 Franken 300 Quadratmeter Land zu erwerben. Die Katzenmusikgesellschaft, die Guggenmusik Nachtschwärmer und der Fussballklub nutzen dort verschiedene Baracken. In unmittelbarer Nähe im Nachbargrundstück werden Container platziert. Das macht es fast unmöglich, die Barackentüren zu öffnen. Mit dem zusätzlichen Land würden die Vereine mehr Luft erhalten.

Der Gemeinderat sei nicht bereit, Geld zu sprechen, so Gemeindepräsident Rolf Zgraggen. Das Land sei zu teuer. Zudem könne man sich überlegen, den Platz aufzugeben und anderswo eine Lösung suchen.

Im Budget kann die beantragte Änderung nicht berücksichtigt werden, dass die Kompetenz einer Änderung bei maximal 30000 Franken liegt. Der Antrag wurde schliesslich in eine unverbindlichere Anfrage umgewandelt und soll an einer der nächsten offenen Dorfgemeinden wieder aufgegriffen werden.

Gutgeheissen wurde auch das Budget 2017 der Wasserversorgung Schattdorf, das von Edi Schilter, Präsident der Wasserkommission, vorgestellt wurde. Erwartet wird ein Aufwandüberschuss von 102300 Franken.

Ebenso angenommen wurde das Budget 2017 für das Alters- und Pflegeheim (APH) Rüttigarten. Jürg Mathys, Präsident der Betriebskommission, zeigte auf, dass bei einem Aufwand von 7,29 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 3300 Franken gerechnet wird.

Anwohner der Rüttistrasse sind unzufrieden

Die Rüttistrasse sei von zu viel Durchgangsverkehr geplagt, sagte Anwohnerin Maria Duss. Eigentlich handle es sich um eine Quartierstrasse. Vorläufig wolle man zuwarten mit Beruhigungsmassnahmen, so Gemeindepräsident Rolf Zgraggen. Die neue West-Ost-Verbindung (WOV) und die flankierenden Massnahmen sollen eine entsprechende Entlastung bringen.

Werner Bachmann, Präsident der FDP Schattdorf, wollte Auskunft zum Stand der Dinge bei der WOV respektive zu den flankierenden Massnahmen. «Die WOV und die Gemeinde Schattdorf bilden keine glückliche Ehe», so Fortunat von Planta. Es sei keine gute Idee, den Kreisel zu realisieren und später über die Details nachzudenken. «Schattdorf lässt sich von einem Verkehrsanwalt beraten, der die Rechte der schwächsten Verkehrsteilnehmer vertritt», so von Planta. Rolf Zgraggen sagte, dass sich Schattdorf dafür eingesetzt habe, dass ein Planer nach Lösungen suche. Zudem habe man mit Baudirektor Roger Nager konstruktive Gespräche geführt.

Beim geplanten Kraftwerk des EWA am Schächen habe Schattdorf zuerst zugesagt, sich als Aktionär zu beteiligen, so Rolf Zgraggen auf eine Frage aus der Versammlung. Es habe sich aber gezeigt, dass dies mit der unternehmerischen Verantwortung, allenfalls auch Geld nachzuschiessen, verbunden gewesen wäre. Das könne nicht Aufgabe der Gemeinde sein, so Zgraggen. Daher habe man den Vertrag nicht unterzeichnet.

Roman Walker wird neu Vizepräsident

Othmar Bissig, Fortunat von Planta und Claude Schunck wurden aus dem Gemeinderat verabschiedet. Die Chargen werden im Rat wie folgt verteilt: Rolf Zgraggen bleibt Präsident. Roman Walker wird Vizepräsident und kümmert sich um das Ressort Hochbau. Rebecca Indergand bleibt Sozialvorsteherin. Urban Renggli wird neu Verwalter. Das neu gewählte Mitglied Reto Jäger übernimmt das Ressort Ordnung und Sicherheit. Die ebenfalls neu im Gemeinderat Einsitz nehmenden Patrik Müller und Mario Schmidt leiten das Ressort Volkswirtschaft respektive Bau.

Rüttigarten-Kommission hat einen neuen Präsidenten

Gerhard Baumann wurde neu in die Baukommission gewählt. Er ersetzt Jasmin Küttel, die nach zehn Jahren zurückgetreten ist. In der Baukommission wurden Präsident Werner Aschwanden, die Mitglieder Patrick Schmidt, Andrea Zurfluh und Jonathan Wenger bestätigt.

Hans Müller wurde zum Präsidenten der Betriebskommission Rüttigarten gewählt. Er tritt die Nachfolge von Jürg Mathys an. Bruno Aschwanden wurde als Mitglied gewählt. Bestätigt wurden Luzia Infanger und Max Horat. Sozialvorsteherin Rebecca Indergand wurde von Amtes wegen in die Kommission gewählt.

Flavio Gisler wurde neu in die Rechnungsprüfungskommission gewählt. Peter Walker wurde als Präsident bestätigt. Bestätigt wurden auch Martin Furrer, Josef Zopp und René Zgraggen.

Christa Riedi wurde als Mitglied im Regionalen Sozialrat Uri Ost bestätigt. Sozialvorsteherin Rebecca Indergand ist von Amtes wegen dabei.

In der Wasserkommission wurde Präsident Edi Schilter bestätigt. Wieder gewählt wurden die Mitglieder Urs Gisler, Markus Gerig, Marco Grepper und Rudolf Zgraggen.


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