Baudirektor will den Dialog verstärken

WEST-OST-VERBINDUNG ⋅ Die Pläne für die neue Strasse haben sich seit der Abstimmung verändert. Regelmässig sollen politische Gespräche stattfinden. Zudem sind die Gemeinden dazu aufgerufen, Vorschläge einzubringen.
16. März 2017, 07:41

Die Stimmung zwischen der Regierung und den Gemeinden Bürglen und Schattdorf ist vor dem Bau der West-Ost-Verbindung (WOV) angespannt. «In den Plänen zur WOV sind Änderungen gegenüber der Abstimmungsbotschaft vorgenommen worden», machte Claudia Gisler (CVP, Bürglen) gestern im Landrat deutlich. «Die für die Betroffenen nicht geringfügigen Abweichungen schüren Unmut und Misstrauen.»

In ihrer Antwort auf Gislers Interpellation zur Umsetzung der WOV hatte die Regierung deutlich gemacht, dass die Idee einer Unterführung für den Langsamverkehr bei der Gotthardstrasse zu verwerfen sei. Bernhard Epp (FDP, Bürglen) monierte zudem, im Abstimmungskampf sei für die Umsetzung der WOV ein «enger partnerschaftlicher Austausch mit den Gemeinden» in Aussicht gestellt worden. «Heute in der Detailplanung sieht die Welt wieder anders aus», so Epp. «Mir ist bewusst, dass die flan­kierenden Massnahmen kein Wunschkonzert sind. Trotzdem appelliere ich daran, dass sich die verantwortlichen Parteien für Vorschläge aus den betroffenen Gemeinden und der Bevölkerung öffnen.» In der Tat hätten nicht alle Wünsche aus der Bevölkerung berücksichtigt werden können, machte Baudirektor Roger Nager deutlich. Dies hänge aber vor allem mit der Machbarkeit zusammen. So seien viele Wünsche Teil einer ersten Planung gewesen – so auch eine Unterführung. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung jedoch stufte die Pläne als «nicht umsetzbar» ein, sodass sie verworfen werden mussten.

Gemeinden schmieden eigene Pläne

Die Regierung zeigt aber Interesse an weiteren Verbesserungsvorschlägen. So hat die Gemeinde Schattdorf eine Projektstudie für den Knoten Schächen in Auftrag gegeben. Ende März sollen die Ergebnisse der Hochschule Rapperswil vorliegen, welche die Baudirektion in die Planung mit einbeziehen möchte. Auch der Gemeinde Bürglen stehe es offen, eigene Vorschläge einzubringen.

Verstärkt werden soll der politische Dialog. Kommende Woche finde eine Sitzung mit Bürgler Gemeindevertretern statt. Diese Sitzung solle monatlich wiederholt werden. Gleiches möchte die Baudirektion auch der Gemeinde Schattdorf anbieten. «Wir wollen die Gemeinden nahe bei uns haben», so Nagers Absicht.

Mit der Antwort auf die Interpellation von Claudia Gisler wurde auch bekannt, dass auf der WOV künftig Tempo 80 statt 60 herrschen soll. «Ich kann nicht glauben, dass die Regierung bei der Temporegelung so rasch klein beigibt», sagte Toni Moser (SP, Bürglen). Der Baudirektor erwiderte, die Notwendigkeit einer Temporeduktion auf der WOV müsse zuerst unter Beweis gestellt werden. Der gesetzlich vorgeschriebene Lärmschutz für die Anwohner sei aber trotz höherem Tempo gewährleistet.

 

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch


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