Baumann setzt sich für die Urschner ein

ARMEESPORTSTÜTZPUNKT ⋅ Ständerat Isidor Baumann will, dass Andermatt und Realp von einem Abbau des Armeesportstützpunkts verschont bleiben. Jetzt hat er Unterstützung für sein Anliegen von Bundesrat Maurer erhalten.

30. September 2016, 05:00

Die Zukunft des Armeesportstützpunkts in Andermatt und Realp sieht wieder etwas rosiger aus. Die heute dafür zur Verfügung stehenden 400 Stellenprozente sollen nicht den Sparbemühungen des Bundes geopfert werden. Isidor Baumann hat sich im Ständerat dafür eingesetzt.

Der Bund will in den nächsten Jahren 2,7 Milliarden Franken weniger ausgeben. Im Ständerat ging es am Mittwoch darum, wo der Bund den Sparhebel ansetzen will. Der Ständerat und insbesondere Isidor Baumann standen aber auch auf die Bremse. Der Urner Ständerat beantragte den Verzicht auf einen geplanten Abbau beim Armeesportstützpunkt.

Bundesrat Maurer sichert Erhalt des Zentrums zu

Den Antrag auf eine Streichung der entsprechenden Position im Stabilisierungsprogramm nahm Baumann jedoch zurück. Dies, nachdem ihm Bundesrat Ueli Maurer versichert hatte, dass man die diesbezüglich notwen­digen 300 000 Franken pro Jahr anderswo weniger ausgeben könne. «Die Armee müsste eigentlich das Geld an einem anderen Ort einsparen können», gab sich Maurer überzeugt. Er sei bereit, das entgegenzunehmen, auf den Abbau in Andermatt zu verzichten und den Betrag anderweitig zu kompensieren.

«Mit der Zusicherung des Bundesrats für den Erhalt des Armeesportstützpunkts konnten wir einen Coup landen», freute sich Baumann gestern auf An­frage. Nachdem man bereits im März dieses Jahres über die Pläne für einen möglichen Abbau informiert worden sei, habe man sich gemeinsam dafür eingesetzt, dass es nicht so weit komme. Denn im März 2016 hatte der Chef der Logistikbasis der Armee zu einer Aussprache eingeladen. Hintergrund dieses Treffens waren das Stabilisierungsprogramm 2017 bis 2019 des Bundesrates und das Stationierungskonzept der Weiterentwicklung der Armee (WEA). Die Logistikbasis der Armee muss Standorte schlies­sen, Personal einsparen und sich noch stärker auf ihre logistischen Kernleistungen zu Gunsten möglicher Einsätze der Armee konzentrieren. Dem Armeesportstützpunkt Andermatt und Realp drohte ebenfalls die Schliessung. «Die Urner Bundesparlamentarier in Bern, aber auch die Regierung haben entsprechend interveniert», sagte Baumann. «Sie haben auch mit den Bundesräten Maurer und Parmelin das Gespräch gesucht.»

Wichtiger Stützpunkt im Hinblick auf die Universiade

Dem Armeesportstützpunkt im Urserntal wird in den nächsten Jahren besondere Bedeutung zukommen. Dies auch im Hinblick auf die 2021 in der Zentralschweiz stattfindende Universi­ade. Dabei handelt es sich um den zweitgrössten Sportanlass nebst den Olympischen Spielen. «Die Schweiz ist stolz, solche Veranstaltungen durchzuführen, und die Zentralschweiz stellt sich dafür zur Verfügung», so Baumann. Dabei sind in Andermatt dank des Armeesportstützpunktes die Biathlonwettkämpfe vorgesehen. Der Bund sei bereit, die Universiade in der Zentralschweiz mit 15 Millionen Franken zu unterstützen, so Baumann. «Somit wäre es absolut unverständlich, dass der Armeestützpunkt kurz vor diesen Grossanlässen abgebaut und zwei, drei Jahre später mit Bundesbeteiligung für die Universiade wieder neu aufgebaut würde.»

Über Baumanns erfolgreichen Einsatz zu Gunsten des Armeesportstützpunkts freut sich auch Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti. «Wir sind froh, dass die Zusammenarbeit mit den beiden Urner Vertretern aus dem Ständerat so gut funktioniert hat, und mehr als zufrieden, wenn der Stützpunkt weiterhin durch die Armee betrieben wird.» Nun sei es wichtig, dass sich Maurer mit Bundesrat Parmelin abspreche, denn die Zuständigkeit für den Armeesportstützpunkt fällt in dessen Departement. Entscheidend sei, wie sich nun der Nationalrat zum Stabilisierungsprogramm stelle, wo dieser streichen und Abstriche machen wolle.

Ein vielfältig genutzter Sportstützpunkt

Das Festungswachtkorps betreibt im Auftrag des VBS den Armeesportstützpunkt in Andermatt und Realp. 2002 wurde das Nordische Zentrum in Realp eröffnet. Das VBS ermöglichte es nationalen Verbänden, die Infrastrukturen zu nutzen, sodass der Stützpunkt zur offiziellen Swiss Olympic Training Base werden konnte. Zudem ist der Stützpunkt zum nationalen Biathlon-Leistungszentrum geworden.

Markus Zwyssigmarkus.zwyssig@urnerzeitung.ch


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: