Bristenstrasse wieder offen: «Hut ab» für die Verantwortlichen

BRISTEN ⋅ Die Bewohner von Bristen sind froh, dass sie wieder mit dem Auto von und nach Bristen fahren können. Die Bauarbeiten an der Strasse waren eine echte Herausforderung – nicht zuletzt für die Lastwagenchauffeure.
15. April 2017, 05:00

Bruno Arnold und Urs Hanhart

redaktion@urnerzeitung.ch

Seit Donnerstag ist die Bristen­strasse wieder befahrbar, bis am Montag ohne Einschränkungen. Punkt 16 Uhr räumte Sicherheitsmann René Mettler von der MAM-Wache das Fahrverbotsschild von der Strasse. «Es sind bereits den ganzen Tag über Leute gekommen, die hochfahren wollten oder sich erkundigten, um welche Uhrzeit die Strasse wieder freigegeben wird», sagt Mettler. «Passieren lassen durfte ich niemanden.»

Ab 15.45 Uhr reihten sich die ersten Autos in Amsteg ein. In der Pole Position befand sich der Bristner Josef Kieliger. «Ich bin sehr froh, dass man nun wieder die Strasse benützen kann und nicht mehr hochlaufen oder die Standseilbahn nehmen muss.» Er sei gesundheitlich etwas angeschlagen. «In den vergangenen Wochen war es sehr umständlich, runter und wieder nach Hause zu kommen.» Auch die Bristnerin Anja Schuler ist erleichtert. «Durch die Sperrung hat man morgens und abends viel Zeit verloren. Aber wir haben uns gut damit arrangiert.» Den Verantwortlichen gebühre ein grosses Lob. «Sie haben alles hervorragend organisiert. Bei der Wiederinstandsetzung der Strasse haben sie mächtig Gas gegeben. Hut ab!»

Es kommt zu weiteren kurzen Sperrungen

Komplett fertiggestellt sind die Arbeiten jedoch noch nicht. Voraussichtlich bis am 5. Mai gibt es wieder fixe Sperrzeiten, und zwar an Wochentagen zwischen 7.30 und 11.30 Uhr sowie zwischen 13.15 und 17.15 Uhr. An Wochenenden ist die Strasse durchgehend befahrbar.

«Wir hatten einen sehr engen Terminplan», sagte der Urner Baudirektor Roger Nager am vergangenen Dienstag. «Dass wir diesen einhalten konnten, ist insbesondere das Verdienst der Arbeiter auf der Baustelle, die seit dem 6. März einen enormen Sondereinsatz geleistet haben.»

Mit andern Worten: Von Montag bis Freitag wurde an der Bristenstrasse zweischichtig gearbeitet, mit je fünf Leuten pro Schicht. Und auch am Samstag und Sonntag stand jeweils ein Team im Einsatz. Für das Einhalten des Zeitplans war Marc Fall­egger, der zuständige Bauführer der Firma Porr Suisse AG, verantwortlich. «Die Steinschlaggefahr, das Gewährleisten der Arbeits­sicherheit und die sehr engen Platzverhältnisse waren die grössten Herausforderungen für uns», erklärt der Altdorfer Bauingenieur. «Es war in der Tat nicht ganz einfach, die ‹doch recht sportlichen Vorgaben› zu erfüllen», betont Fallegger. Besondere Bedeutung kam der Logistik zu. Die Lastwagen mussten die rund 1,4 Kilometer lange Strecke von Amsteg zur Baustelle jeweils retour fahrend zurücklegen, da im Bereich der Baustelle keine Wendemöglichkeit bestand.

Aufwendig war auch die Denkarbeit. «Es galt, jeden Schritt und dessen Konsequenz für den weiteren Verlauf der Arbeiten im Voraus genau und detailliert zu planen», erklärt Fall­egger. «Denn wichtig ist bei solch engen Platzverhältnissen, dass sich die Arbeiter bei ihren Tätigkeiten selber nicht in die Quere kommen.»

Lauter Spezialisten im Einsatz

Bei den Mitarbeitern von Porr, die sich um die Wiederinstandstellung kümmerten, handelte es sich durchwegs um Spezialisten für Arbeiten im Gebirge oder im Bereich der Felssicherung. Das habe sich positiv auf die Arbeiten ausgewirkt, so der Bauleiter. «Unsere Leute werden immer wieder für Einsätze im steilen Gelände geschult.» Mit Erfolg: Porr Suisse schnitt bei einer Suva- Kontrolle in Punkto Sicherheit sehr gut ab.


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