Bristner Landrat fordert dauerhafte Notstrasse

POSTULAT ⋅ Der in Bristen wohnhafte FDP-Landrat Rolf Jauch fordert die Regierung auf, eine Notstrasse nach Bristen zu prüfen. Dies nicht nur für weitere Notfälle, sondern weil Unterhaltsarbeiten an der Bristenstrasse anstehen.
16. März 2017, 07:42

Eine dauerhafte Notstrasse nach Bristen wäre nachhaltiger als temporäre Massnahmen im Ereignisfall. Dieser Überzeugung ist der Bristner Landrat Rolf Jauch (FDP). In der gestrigen Session hat er dieses Anliegen in Form eines Postulats dem Regierungsrat vorgelegt.

«Seit jeher ist die Bristen­strasse als gefährdet bekannt», hält Jauch im Postulat fest – und verweist auf eine bewegte Geschichte: 1995 wurde die Strasse von einem grösseren Felssturz an vier Stellen verschüttet, woraufhin sie während zehn Tagen gesperrt war. Im Jahr 2003 war die Strasse von Amsteg nach Bristen nach einer Felssprengung gar mehrere Monate unbefahrbar. Und seit dem Erdrutsch vom 5. März 2017 ist die ­Bristenstrasse nun erneut bis auf weiteres gesperrt.

Notmassnahmen bringen grossen Aufwand mit sich

Zwar nehme der Kanton die Instandstellung der Strasse jeweils sofort in Angriff und leite für die Zeit des Unterbruchs möglichst rasch verschiedenste Notmassnahmen ein, so Jauch. «Dadurch werden die Erreichbarkeit und die Versorgung der Bristner einigermassen sichergestellt.» So wurde gestern wie bereits im Jahr 2003 die Standseilbahn des KW Amsteg in Betrieb genommen und ein Shuttlebetrieb eingeführt. Bis dahin war Bristen nur über Wanderwege und via Luftbrücke erreichbar. All diese temporären Massnahmen würden jedoch «enorme personelle und finanzielle Aufwendungen beim Kanton und der Gemeinde Silenen» verursachen, gibt Jauch zu bedenken. So habe allein die Instandsetzung der Standseilbahn im Jahr 2003 Kosten von mehr als 300 000 Franken verursacht. Die abschätzbaren Kosten für die Notmassnahmen und die Sicherungsarbeiten für das aktuelle Ereignis belaufen sich gemäss einer Medienmitteilung auf 1,3 Millionen Franken.

Bristenstrasse muss teilweise saniert werden

Ausserdem habe Bristen nicht nur mit Unvorhergesehenem zu tun: «In den nächsten Jahren stehen grössere Unterhaltsarbeiten an.» So müssen die Wehrebrücke innert zwei bis fünf Jahren saniert sowie der Strassenbelag und die Hauptleitung der Trinkwasserversorgung von der Galerie Dorf bis zur Wehrebrücke erneuert werden. Um diese Arbeiten auszuführen, sei eine Umfahrungsstrasse ab Postplatz via Eichhornboden bis Harnischwaldstrasse geplant, die voraussichtlich zirka 600 000 Franken kosten werde. «Mit einer Noterschliessung via Frentschenberg könnte auf diese Umfahrungsstrasse verzichtet werden», hält Jauch fest. Und auch das Teilstück von der Galerie Dorf bis zur Wehrebrücke wäre mit einer Notstrasse ohne verkehrliche und bauliche Einschränkungen sanierbar.

Nun soll der Regierungsrat die Machbarkeit einer dauerhaften Notstrasse prüfen und den damit verbundenen Zeit- und Kostenrahmen in einem Bericht aufzeigen. Weiter soll die Regierung eine Kosten-Nutzen-Betrachtung anstellen und dabei die Not­strasse mit all den temporären Notmassnahmen der Ereignisse 1995, 2003 und 2017 vergleichen. Jauch fordert mit ­seinem Postulat ausserdem, mögliche Ressourcennutzung im Zusammenhang mit der Forsterschliessung Ledi–Silenen–Frentschenberg zu prüfen. Und schliesslich soll der Regierungsrat das wei­tere Vorgehen bezüglich der Instandhaltungsarbeiten der bestehenden Bristenstrasse oder Alternativlösungen für eine nachhaltige, sichere Erschlies­sung von Bristen aufzeigen.

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

  • KEYSTONE
  • KEYSTONE
  • KEYSTONE

Ein Erdrutsch hat in der Nacht auf den 6. März die Strasse nach Bristen im Kanton Uri zerstört. Über 400 Bewohner waren mehr als eine Woche von der Aussenwelt abgeschnitten.

Video: Standseilbahn zwischen Bristen und Amsteg fährt wieder

Punkt vier Uhr in der Früh hat die Standseilbahn, die am Mittwoch nach einem Erdrutsch als Notverbindung zwischen Bristen und Amsteg zum Leben erweckt wurde, die erste Person ins Tal befördert. Seither läuft die Bahn auf Hochtouren. (Urs Flüeler / SDA, 15.03.2017)

Video: Bristen-Standseilbahn fährt wieder

Die Standseilbahn, die nach einem Erdrutsch als Notverbindung zwischen Bristen und Amsteg, funktionieren soll, wurde am Mittwoch in Betrieb gesetzt. (Tele1, 15.03.2017)




Leserkommentare

Anzeige: