Bund unterstützt Skigebiet Andermatt-Sedrun

ANDERMATT ⋅ Der Ausbau der Skigebiete Andermatt und Sedrun wird von Bund und Kantonen mit 48 Millionen Franken unterstützt. Auch Disentis möchte sich dem grossen Skigebiet anschliessen.
04. Juni 2013, 17:35

123 Pistenkilometer, 15 neue Anlagen: Der Übersichtsplan zeigt die Anlagen im neuen, dereinst zusammengeschlossenen Skigebiet Andermatt-Sedrun. Die roten Anlagen sind neu, acht davon ersetzen bestehende Anlagen (bestehende sind schwarz markiert). (© Neue LZ) Zoom

123 Pistenkilometer, 15 neue Anlagen: Der Übersichtsplan zeigt die Anlagen im neuen, dereinst zusammengeschlossenen Skigebiet Andermatt-Sedrun. Die roten Anlagen sind neu, acht davon ersetzen bestehende Anlagen (bestehende sind schwarz markiert). | Neue LZ

Der Bund beteilige sich über die Neue Regionalpolitik (NRP) mit einem Darlehen von 40 Millionen Franken, teilte der Regierungsrat Uri am Dienstag mit. Uri und Graubünden leisteten À-fonds-perdu-Beiträge von 5 respektive 3 Millionen Franken. Total werden in das Skigebiet bis 2015 134,6 Millionen Franken investiert.

Begründet wird das finanzielle Engagement damit, dass die Gotthardregion vor besonderen wirtschaftlichen Herausforderungen stehe. Der Bund und die beiden Standortkantone setzten nun ein starkes Zeichen zur Entwicklung der Skigebiete zu einer international marktfähigen Skiarena.

Zum Tragen kommt das NRP-Programm San Gottardo 2020. Die daran ebenfalls beteiligten Kantone Wallis und Tessin leisteten keine finanziellen Beiträge, seien aber mit der Verwendung der NRP-Gelder einverstanden, schreibt der Urner Regierungsrat.

Der ägyptische Investor Samih Sawiris baut in Andermatt ein Ferienresort. Das Skigebiet Andermatt wird modernisiert und direkt mit dem von Sedrun verbunden.

Bis 2015 sollen in die Entwicklung des Skigebietes 134,6 Millionen Franken investiert werden. Für eine zweite Etappen sind weitere 80,4 Millionen Franken geplant.

(sda)

Disentis will sich anschliessen

Das Wintersportgebiet Disentis GR will bei der geplanten Skiarena Andermatt-Gemsstock-Sedrun dabei sein - und hat gute Chancen. Zwischen den Bergbahnen laufen bereits Verhandlungen, die öffentliche Hand hat finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. "Wir sind am Anschluss definitiv interessiert", sagte Hansjürg Lehmann, Geschäftsführer der Bergbahnen Disentis, zur Nachrichtenagentur sda. Interesse bestehe aber auch bei den Bergbahnen Andermatt-Sedrun Sport und den Standortgemeinden Disentis und Tujetsch, zu der Sedrun gehört. Jetzt gelte es in erster Linie, die Finanzierung zu sichern.

Die Verbindung würde sich laut Lehmann mit einer einzigen, drei Kilometer langen Bahn realisieren lassen. Der Anschluss wäre allerdings kein direkter. Um in das Disentiser Wintersportgebiet mit seinen 60 Kilometern Pisten zu gelangen, müssten Wintersportler in Sedrun ein bis zwei Kilometer mit einem Shuttlebus zurücklegen.

Gelder könnten von den Standort-Kantonen Graubünden und Uri fliessen, wie die beiden Kantonsregierungen am Dienstag mitteilten. Sie sind der Meinung, der Einbezug von Disentis in die Skigebietsverbindung von Andermatt und Sedrun könne einen wichtigen Betrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Gotthardgebiets leisten

Das Vorhaben wäre eine Chance für die obere Surselva, sich geschlossen als Region weiter zu entwickeln, anstatt nur Gemeindeweise, sagte Eugen Arpagaus, Leiter des Bündner Amtes für Wirtschaft und Tourismus, auf Anfrage.

Hauptvoraussetzung für die Unterstützung durch die öffentliche Hand sei der Nachweis, dass sich der Anschluss betriebswirtschaftlich rechne. Die Höhe allfäliger Kantonsbeiträge sei noch nicht bekannt.

Klar ist hingegen, welche Summen in die Verbindung der Gebiete Andermatt und Sedrun fliessen werden. Der Bund beteiligt sich über die Neue Regionalpolitik (NRP) mit einem Darlehen von 40 Millionen Franken, wie die Kantonsregierungen mitteilten. Uri und Graubünden leisten À-fonds-perdu-Beiträge von fünf respektive drei Millionen Franken.


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