Das Tablet erleichtert die Arbeit der Fahrzeugprüfer

KANTON URI ⋅ Die Zahl der Autos nimmt weiter zu. Bei den Fahrzeugprüfungen setzt das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr nun auf eine neue, modernere Lösung. Das erleichtert die Prüfungsarbeit und beschleunigt den administrativen Aufwand.

18. März 2017, 08:11

Auf den Urner Strassen wird der Platz immer knapper. Im vergangenen Jahr hat der Fahrzeugbestand um 1,8 Prozent zugenommen. 19859 Personenwagen sind inzwischen unterwegs. Rechnet man Motorräder, Lastwagen und Busse dazu, sind es sogar 29945 Fahrzeuge. Das geht aus der neusten Statistik des Amts für Strassen- und Schiffsverkehr Uri hervor.

Der neue Amtsvorsteher Toni Epp konnte gestern erstmals den Medien die Zahlen präsentieren. Epp hat seine Tätigkeit im August 2016 aufgenommen. Er habe ein sehr gut funktionierendes Amt übernommen und sei wohlwollend aufgenommen worden.

Beim Amt für Strassen- und Schiffsverkehr wurden 9006 Fahrzeuge geprüft. Das sind rund 300 Fahrzeuge weniger als im Vorjahr. «Die Zahl der zu prüfenden Fahrzeuge ist nach wie vor hoch», sagt Epp. Das hänge auch damit zusammen, dass neue Autos nun erst nach fünf Jahren erstmals vorgeführt werden müssen. Die Prüfungen müssten dann jedoch innerhalb eines Jahres vorgenommen werden.

Prüfbogen braucht es nur noch im Notfall

Erleichterung bringt nun die neue Computer-Lösung Cari Inspect. Bei Fahrzeugprüfungen werden die festgestellten Mängel nicht mehr auf Papier aufgeschrieben und erst dann in den Computer übertragen. Vielmehr kommt nun ein Tablet zum Einsatz, das bereits mit der für die Prüfung notwendigen Software ausgestattet ist. 25 Minuten stehen zur Verfügung, um die Betriebssicherheit zu prüfen. Am Ende der Prüfung kann ein Bericht mit den allfälligen Mängeln inklusive Rechnung abgegeben werden. «Das hilft uns, das Wachstum bei der Zahl der Prüfungen abzufedern», so Epp. Das neue Cari-Inspect-System sei sehr einfach und intuitiv zu bedienen. «Es geniesst bei den Mitarbeitern hohe Akzeptanz», so Epp. 10 bis 15 Kantone seien es in der Schweiz, die ein computerunterstütztes System anwenden würden. Komme es zu Problemen, könnte jedoch weiterhin auf die alten Prüfbogen zugegriffen werden.

34 Prozent der Fahrzeuge mussten bemängelt werden

Rund jedes dritte Fahrzeug wies bei der Prüfung Mängel auf. Diese betrafen vor allem die Beleuchtung und die elektrischen Anlagen (26 Prozent). Fast ebenso viele Fälle betrafen das Fahrgestell (24 Prozent). Auch Mängel an den Bremsen kommen in Uri oft vor (20 Prozent).

Die Zahl der Ausweisentzüge hat zugenommen. Die Zahl der gesamthaft verfügten Administrativmassnahmen ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10 Prozent gestiegen. Die Hauptgründe für den Entzug des Führerausweises sind wie im Vorjahr das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit sowie Alkohol am Steuer. Rund jeder Fünfte musste den Führerausweis wegen einer schweren Widerhandlung abgeben, was einen Führerausweisentzug von mindestens drei Monaten zur Folge hatte. Verwarnungen mussten in den meisten Fällen wegen Missachtung der Höchstgeschwindigkeit ausgesprochen werden.

Mit 970 Sonderbewilligungen war eine leichte Abnahme zu verzeichnen. «Das hat mit der abnehmenden Zahl an Grossbaustellen in Uri zu tun», so Epp. Die Zahl bewege sich aber immer noch auf hohem Niveau.

Die Autonummern haben in Uri die Zahl 26000 überschritten. So verkaufte das Amt im vergangenen Jahr tiefe Nummernschilder oder spezielle Zahlen im Gesamtwert von 94400 Franken. Die erhältlichen Nummern sind auf der Homepage des ASSV einsehbar. Seit gestern ist das neuste Büchlein mit dem Verzeichnis der Fahrzeughalter erhältlich. «Uri ist einer der wenigen Kantone in der Schweiz, die dies anbieten», so Epp. «Wir verkaufen rund 1600 Exemplare des Büchleins.» Autonummern können aber auch online oder per SMS abgefragt werden.

Von gesamthaft 926 absolvierten praktischen Prüfungen wurden deren 684 erfolgreich abgelegt. Die Erfolgsquote liegt bei 73,9 Prozent und entspricht dem Niveau des Vorjahrs. Ähnlich sieht es bei den theoretischen Prüfungen aus. Von 860 Prüfungen wurden 632 bestanden. Das entspricht einem Prozentsatz von 73,5 Prozent.

 

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Hinweis

Die Jahresstatistik des Amts für Strassen- und Schiffsverkehr kann unter www.ur.ch/assv (Publikationen) heruntergeladen werden.


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