Der Alltag wird etwas erleichtert

BRISTEN ⋅ Ab Mittwoch ist die Standseilbahn von Amsteg hinauf zum Wasserschloss in Betrieb. Die Luftbrücke der Armee wird auf ein Minimum respektive auf Notfälle reduziert.

14. März 2017, 11:06

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Seit dem 6. März war das Dorf Bristen nur noch zu Fuss oder auf dem Luftweg erreichbar. Ab Mittwoch wird es wieder etwas unkomplizierter. Den Einwohnern und Gästen steht nämlich seit dem frühen Morgen die Standseilbahn vom Kraftwerk (KW) Amsteg hinauf zum Wasserschloss zur Verfügung.

Diese Bahn war bereits für die Zeit des Wiederaufbaus der Bristenstrasse nach der Sprengung im März 2003 reaktiviert und während knapp drei Monaten von rund 60000 Fahrgästen benutzt worden. «Die einheimische Bevölkerung hat bei der Benutzung der Windenbahn den Vorrang», schreibt die Baudirektion Uri in einer Medienmitteilung.

In einer Woche betriebsbereit gemacht

Der Wagen mit dem braunen Holzaufbau war seit 2003 kaum mehr in Bewegung gesetzt worden. Innert weniger Tage haben nun Fachspezialisten das Seil der Windenbahn mit einem Spezialgerät auf mögliche Schadstellen untersucht, das Bremssystem überprüft, die Steuerung in Betrieb genommen oder die Fangbremse getestet – um nur einige der umfangreichen Arbeiten zu nennen. Im Zentrum stand dabei immer die Sicherheit der zukünftigen Fahrgäste. Alle technischen Tests sind erfolgreich verlaufen. Die Abnahme erfolgte durch Vertreter des Interkantonalen Konkordats  für Seilbahnen und Skilifte. Der Urner Regierungsrat hat am Dienstag die notwendige Betriebsbewilligung erteilt.

Die vor rund 100 Jahren für den Bau des Kraftwerks Amsteg realisierte Bahn überwindet auf einer schrägen Länge von 400 Metern in rund 6 Minuten eine Höhendifferenz von 250 Metern. Die Betriebsbewilligung gilt bis zur Wiederinbetriebnahme der Bristenstrasse. Am Dienstag wurden die Personen, welche die Bahn bedienen, geschult.

Von 4 Uhr bis 0.30 Uhr in Betrieb

Die Bahn fährt jeweils von 4 Uhr bis 0.30 Uhr und wird von einem Wagenführer begleitet. Sie transportiert pro Fahrt 20 Personen. Auf der Ladefläche der Standseilbahn lässt sich Material bis maximal 1,8 Tonnen Gewicht transportieren. Ab der Bergstation beim Wasserschloss des KW  Amsteg verkehrt ein Shuttledienst. Er wird seit Dienstag von Zivildienstleistenden betrieben.

«Der Helferaufruf hat ein grosses Echo ausgelöst», so die Baudirektion Uri. «Zahlreiche Personen haben sich bereit erklärt, für den Betrieb der Standseilbahn oder des Shuttledienstes zur Verfügung zu stehen. Damit kann der Betrieb der Notverbindung zwischen Amsteg und Bristen vorerst sichergestellt werden.

Mit der Inbetriebnahme der Standseilbahn wird die Luftbrücke, mit der bis am Dienstag die Versorgung des Bergdorfs Bristen gewährleistet wurde, auf ein Minimum reduziert. Helikopterflüge werden ab heute Mittwoch nur noch im Notfall bewilligt. Alle Transportaufgaben werden – soweit möglich – mit der Standseilbahn ausgeführt.

Die Notmassnahmen an der Baustelle verlaufen dank des guten Wetters sowie des mehrschichtigen Arbeitseinsatzes nach Plan. Am Dienstag konnten die Sicherungsarbeiten am Fels im Bereich des abgerutschten Strassenabschnitts weitestgehend abgeschlossen werden. Am Mittwoch soll der Abtransport des Materials beginnen, das unterhalb der Abrutschstelle auf der Bristenstrasse liegt. «Dann wird sich das gesamte Schadenbild zeigen», heisst es in einer Medienmitteilung. «Die Vergabe der Instandsetzungsarbeiten an die Bauunternehmungen soll so bald wie möglich vorgenommen werden.»

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Ein Erdrutsch hat in der Nacht auf den 6. März die Strasse nach Bristen im Kanton Uri zerstört. Über 400 Bewohner waren mehr als eine Woche von der Aussenwelt abgeschnitten.


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