Den Kindern stehen 131 Aktivitäten offen

KANTON URI ⋅ Am Montag startet wiederum der Urner Ferien(s)pass. Jeannette Bissig aus Flüelen freut sich, dass sich rund 200 Kinder mehr als 2014 angemeldet haben – und hat eine Erklärung für diesen Boom.

06. Oktober 2016, 05:00

Ob skaten, sprayen, schreinern oder Schokolade herstellen: Der Urner Ferien(s)pass bietet Schulkindern auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm. In der ersten Schulferienwoche, vom 10. bis 14. Oktober, wird überall im Kanton gebastelt, geturnt und gebacken.

«Dieses Jahr haben sich 652 Kinder angemeldet, das sind rund 200 mehr als 2014», freut sich Jeannette Bissig, die Präsidentin des Vereins Urner Ferien(s)pass. Seit dem Jahr 2000 sorgt die Flüelerin zusammen mit einem 17-köpfigen OK-Team dafür, dass Urner Schulkinder tolle Aktivitätsmöglichkeiten haben.

Kinder überzeugen Eltern – nicht umgekehrt

Warum sich plötzlich so viel mehr Kinder als 2014 angemeldet haben, weiss Jeannette Bissig nicht genau. Wahrscheinlich liege es daran, dass man seit diesem Jahr Verteileraktionen über die Schulen durchführt und nicht wie bisher Infos und Anmeldungen mit der Zeitung verschickt hat. «Offensichtlich haben diesmal vielmehr die Kinder nach der Schule die Eltern überzeugt, ob sie mitmachen dürfen, als umgekehrt», meint Jeannette Bissig. Da spiele wahrscheinlich auch die Gruppendynamik unter den Kindern im Klassenzimmer eine tragende Rolle. «Jedenfalls freut uns das grosse Interesse sehr», so die Präsidentin.

Lieblingsangebote und Wunschphase

Die Palette von Angeboten ist sehr breit. Die Kinder können zwischen insgesamt 131 Aktivitäten aussuchen. Das vielseitige Programm reicht von B wie Bogenschiessen über L wie Lego-Robotik bis hin zu Z wie Zirkus-Workshop. Das Angebot des Ferien(s)passes ist genau so attraktiv wie vielfältig.

Trotzdem gibt es natürlich auch jedes Mal einzelne Angebote, die besonders begehrt sind und darum nicht für jedes Kind einen Platz bieten. «Das sind dann auch die häufigsten Kritikpunkte, die uns per Mail erreichen», erklärt Jeannette Bissig. «Aber auch wir können aus sechs Ponys nicht 60 machen.» In der zweiwöchigen Periode vor der Direktanmeldung können die Teilnehmer alle ihre Präferenzen auf einer Wunschliste angeben. «Auf diese Weise versucht das System jedem Kind den einen oder anderen Wunsch für sein Lieblingsangebot zu erfüllen», so die Präsidentin. Da dieser Vorgang nicht über jeden Zweifel erhaben sei, schaue das Team nochmals manuell, dass mindestens ein Wunsch erfüllt werde. «Auch bieten wir Hilfe, wenn Eltern Probleme mit dem doch komplexen Anmeldeprozedere haben», sagt Bissig. Das sei eine Dienstleistung, die man so in anderen Kantonen, die ebenfalls einen Ferien(s)pass durchführen, nicht finde.

Zugang zu neuen Aktivitäten ermöglichen

Für 25 Franken können sich Kinder und Jugendliche von der ersten Primarklasse bis zur dritten Oberstufe für den Urner Ferien(s)pass anmelden. Damit könnten aber die effektiv anfallenden Kosten nicht gedeckt werden. Einerseits unterstützen Gemeinde und der Kanton das Projekt, anderseits kann der Verein auf treue Sponsoren zählen.

«Der Ferien(s)pass bietet den Kindern die Möglichkeit, Aktivitäten auszuprobieren, zu denen sie normalerweise keinen Zugang haben», erklärt die Flüelerin. «Oder wer kann schon behaupten, er sei ohne weitere Konsequenzen in den Tresorraum der Urner Kantonalbank spaziert und habe Goldbarren gezählt?»

Jeannette Bissig ist überzeugt, dass einzelne Kinder für sich vielleicht ganz neue Passionen oder Hobbys entdecken. «Das ist schön, solange die Kinder nach dem Schlangenstreicheln nicht nach Hause kommen und sich eine 10 Meter lange Python auf Weihnachten wünschen», sagt sie schmunzelnd.


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: