Schülerzahlen sinken weiter

STATISTIK ⋅ Im laufenden Jahr 2016/17 liegt die Schülerzahl bei 4813. Das sind rund 1000 Schülerinnen und Schüler weniger als noch vor 20 Jahren, wie die aktuelle Bildungs- und Beratungsstatistik für den Kanton Uri zeigt.
20. April 2017, 16:05

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch


Die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Kanton Uri ist seit Jahrzehnten rückläufig. Ende der 1970er-Jahre zählten die Schulen in Uri noch über 7000 Schüler. Im laufenden Schuljahr sind es 4813 – inklusive Mittelschule und Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri. Den Kindergarten, die Primarschule und die Oberstufe besuchen im laufenden Schuljahr insgesamt 3713 Schüler. Die schülerstärksten Gemeinden sind Altdorf (871 Kindergärtler und Schüler auf Primar- und Oberstufe), Schattdorf (529) und Bürglen (429).

«Mit den aktuellen Zahlen haben wir die Talsohle erreicht», gibt sich Bildungsdirektor Beat Jörg überzeugt. Aufgrund der Geburtenzahlen sei davon auszugehen, dass die Schülerzahlen in den kommenden Jahren wieder steigen. Auch das Regierungsprogramm sei auf ein Bevölkerungswachstum ausgelegt.

Dass weniger Schüler auch weniger Bildungskosten bedeuten, sei jedoch ein Trugschluss, so Jörg. «Vielerorts werden einfach die Klassen kleiner, die Anzahl Lehrer bleibt aber bestehen.» Die Gemeinden orientieren sich an den rechtlichen Grundlagen, die Klassengrössen von mindestens fünf bis maximal 24 Schülern vorgibt. So führt Isenthal seit dem Schuljahr 2014/15 eine Basisstufe mit Kindergärtlern sowie Erst- und Zweitklässlern. Sisikon tut dies seit 2015/16. Und auf 2016/17 hat auch Silenen in Bristen eine Basisstufe.

Von den 20 Urner Gemeinden führen 17 eine Primarschule. Zehn Gemeinden tun dies allein, sieben im Verbund mit andern Gemeinden. Bauen, Hospental und Realp haben keine eigene Schule mehr. Die Kinder von Bauen gehen nach Seedorf (Kreisprimarschule Seedorf-Bauen), jene von Hospental und Realp nach Andermatt (Kreisschule Ursern).

Zwei Jahre Kindergarten müssen angeboten werden

Eine Neuerung im Schuljahr 2016/17 betrifft den Kindergarten. Seit dem 1. August 2016 ist in Uri der Besuch von einem Jahr Kindergarten obligatorisch. Zudem müssen alle Gemeinden zwei Kindergartenjahre anbieten. Von 694 Kindern besuchen 337 (48,6 Prozent) ein zweites Kindergartenjahr. Die insgesamt 35 Abteilungen haben im Durchschnitt 19,8 Kinder. Die Bauer besuchen den Kindergarten in Seedorf, die Kinder von Hospental und Realp jenen in Andermatt und die Unterschächner in Spiringen. Die Kinder von Gurtnellen und Wassen gehen nach Göschenen in den Kindergarten.

Die Oberstufe wird heute an zehn Standorten geführt. Seit dem Höchststand von 1763 Schülern im Schuljahr 1979/80 sanken die Zahlen bis zum Schuljahr 1991/92 kontinuierlich. Seither sind sie nicht mehr so stark rückläufig. Im Schuljahr 2016/17 liegen sie allerdings erstmals unter 900.

Von den 896 Oberstufenschülern besuchen 662 die integrierte Oberstufe und 217 die kooperative Oberstufe. Mit Ausnahme der Werkschule führt keine Schule mehr das separative Modell (Sekundar- und Realschule). 17 Schüler besuchen die Werkschule in Bürglen.

Die Kantonale Mittelschule Uri zählt im Schuljahr 2016/17 insgesamt 368 Schüler. Das sind zwölf mehr als 2015/16. Allerdings werden im Sommer nur 44 Schüler neu eintreten. Das Untergymnasium (1. und 2. Klasse) besuchen heute 143 Schüler. Es wird mit sieben Abteilungen von durchschnittlich 20,4 Schülern geführt. Der Anteil der Schülerinnen beträgt 51 Prozent. Das Obergymnasium (3. bis 6. Klasse) zählt 225 Schüler. Es wird mit 13 Abteilungen von durchschnittlich 17,3 Schülern geführt. Der Anteil der Schülerinnen beträgt 58,2 Prozent.

KV weiterhin am beliebtesten

Seit dem Schuljahr 2009/10 bilden die Kantonale Berufsschule, die Kaufmännische Berufsschule und die Bauernschule das Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) Uri. Geführt werden die drei Abteilungen Handwerk/Technik/Gesundheit, Wirtschaft/Verkauf und Landwirtschaft. Im Schuljahr 2016/17 zählt das BWZ 732 Schüler (Vorjahr 764). Davon absolvieren 638 Lernende (Vorjahr 655) eine Ausbildung im Kanton Uri. Darüber hinaus gibt es im Kanton Uri 494 Lernende (Vorjahr 489), die den Berufsschulunterricht in auswärtigen Berufsschulen besuchen. Sieben Lernende besuchen keinen Berufsfachschulunterricht. Am beliebtesten bei den Jugendlichen ist nach wie vor die Ausbildung Kauffrau/Kaufmann EFZ.


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